THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Hier können Mitglieder aus dem AMPF, das ja gelöscht werden soll, einen Thread erstellen, wo sie alte Fotostories u.ä. rüberkopieren können, die sie retten wollen

Moderator: Okandada-Ranch

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Annie Cartwright
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THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitragvon Annie Cartwright » Do Dez 27, 2018 9:20 pm

So, der Anfang ist gemacht, ich bin angemeldet, meine alten Geschichten habe ich schon kopiert und sobald ich die Fotos dazu neu hochgeladen habe, geht es dann hier los. Dann könnt ihr noch einmal verfolgen was so alles passiert ist, bis es so auf der Ponderosa aussieht, wie auf diesem neuen, aktuellen Foto:

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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitragvon luckenbachranch » Do Dez 27, 2018 9:22 pm

Das sieht klasse aus! Ich kenn Deine Stories ja noch garnicht und bin sehr gespannt

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Annie Cartwright
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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitragvon Annie Cartwright » Do Dez 27, 2018 9:40 pm

danke, und gerade weil noch nicht alle von Anfang an meine Geschichten lesen konnten (die zwar teilweise fiktiv sind, ein wenig Bonanza-Feeling haben und sehr viel Wissenswertes aus der Zeit um 1863 und der Eroberung des Westens enthalten) werde ich noch einmal die wichtigsten Geschichten posten. Ist zwar blöd das die Fotos von nigma weg sind und ich sie alle suchen (und teilweise neu fotografieren) und neu hochladen muss, aber das ist kein Problem. Ist sowieso besser wenn die Geschichten so nach und nach gepostet werden, sonst sind die Leser sofort überfordert und werden von so viel Lesestoff "erschlagen".
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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitragvon luckenbachranch » Do Dez 27, 2018 9:50 pm

Es ist ja auch eine gute Möglichleit Fotostories wo der Bilderhoster wegfällt zu restaurieren. Übrigens wohnen bei mir auch 2 Bonanzas ( diese alten Figuren in tradi aus den 70gern). Leider kenn ich die Serie zu wenig, das Thema intetessiert mich aber auch und zwar auch durch eine TV serie: Dr Quinn. Kennst Du sicher auch

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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitragvon Annie Cartwright » Do Dez 27, 2018 10:01 pm

ja, die Serie Dr. Quinn kenne ich auch. Eigentlich kenne ich so alles an Serien was mit dem Wilden Westen zu tun hat, wie Rauchende Colts, Die Leute von der Shiloh Ranch, Am Fuß der blauen Berge, usw. Und natürlich viele Spielfilme, da gab es ja insbesondere mit John Wayne so einiges.

Und wenn du ja auch ein wenig Western-Fan bist, und auch für alle anderen hier, mal ein flottes Lied, gesungen von Lorne Greene (Ben Cartwright), der hat so eine einmalige Stimme und viele tolle Songs aufgenommen.

https://www.youtube.com/watch?v=cUvyjjNbNOk
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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitragvon luckenbachranch » Do Dez 27, 2018 10:06 pm

Muss ich mir anhören, wenn ich im Free w- lan bin. Kann aber gut sein dass ich das auch kenne

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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitragvon Annie Cartwright » Fr Dez 28, 2018 3:08 pm

Wie versprochen werde ich jetzt anfangen nach und nach meinen Reisebericht hier zu posten und ich hoffe, ihr habt ein wenig Spaß daran. Heute gibt es die ersten zwei Teile und so nach und nach folgt dann der Rest, bis wir zum Schluss auf der Ponderosa ankommen. Ich habe nicht nur einfach die Fotos eingestellt, sondern auch versucht einiges an Informationen über den Wilden Westen um die Zeit im Jahre 1863 zu geben und es daher in einer kleinen Geschichte verpackt. So, nun geht es aber los:

Hallo,

ich bin Annie, Annie Cartwright. Früher habe ich in San Francisco gelebt, aber ich bin kein Stadtmensch. Ich liebe Tiere, vor allem Pferde, und die Natur. Und deshalb freue ich mich, dass ich nun in Nevada lebe, auf der Ponderosa, die in der Nähe von Virginia City ist. Ich hatte das Glück, den besten Mann kennen zu lernen, den ich mir vorstellen kann, und folgte ihm gerne auf seine Ranch. Wir sind im Jahr 1863, Virginia City ist noch nicht so groß, aber es wächst ständig. Die Stadt wurde erst 1859 gegründet, weil es durch Silberminen Arbeit gibt und durch Goldfunde viele Abenteurer angelockt werden. Auch Siedler kommen auf der Suche nach einem geeignetem Stück Land hier durch.

Ich habe in San Francisco einige geschäftliche Dinge erledigt und bin nun auf dem Weg von dort zurück nach Hause. Meine Reise muss ich mit der Postkutsche, der sogen. Stagecoach machen. Am meisten benutzt wird hierfür die Concord-Kutsche, die von vier Pferden gezogen wird. Leider ist eine Reise mit diesem Gefährt eine staubige und unbequeme Angelegenheit. Außerdem verursacht die Federung ein ständiges Schaukeln, von dem man seekrank werden kann. Wenn man sein Ziel erreicht hat, fühlt man sich wie gerädert. Eine Reise mit der Kutsche ist auch nicht ungefährlich, weil man ständig in Gefahr ist von Banditen oder Indianern überfallen zu werden. Im Schnitt kann man ca. 190 Kilometer am Tag zurücklegen. Entlang der Überland-Postkutschenlinien sind in Abständen von ca. 20 km Postkutschenstationen zur Versorgung der Pferde und Passagiere eingerichtet. Nach 40 km Strecke müssen die Pferde gewechselt werden. Die Entfernung zwischen San Francisco bis Virginia City beträgt ungefähr 300 km, ich bin also zwei Tage unterwegs bis ich auf der Ponderosa ankomme.

Ich nehme euch jetzt mit auf meine Reise und es gibt viel zu entdecken:

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Wir sind unterwegs, Kalifornien liegt hinter uns und wir fahren durch die Sierra Nevada. In Nevada gibt es Gebirgszüge, Täler, Wälder und Seen, aber auch trockene Landstriche, doch besonders schön ist die Landschaft am Lake Tahoe, hier ist auch die Ponderosa. Sie hat diesen Namen bekommen, weil es viele Wälder mit Kelb-Kiefern gibt (der lateinische Name für diese Bäume lautet Pinus Ponderosa).

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Gerade überholen wir einen Trapper, der mit seinem Hund und seinem Esel unterwegs ist. Er hat scheinbar viele Felle zu verkaufen, denn der Esel ist damit beladen.

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Wir kommen nun zu einer kleinen Wells-Fargo-Station, wo für eine andere Kutsche gerade die Pferde gewechselt werden. Wenn man in die kleine Station reinschaut, dann sieht man einen schönen alten Herd, auf dem wird eine Mahlzeit für die Reisenden gekocht. Auch uns tut eine Pause gut, bevor es dann weiter geht.

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Innenansicht der Station (da man das Dach vom Haus nicht abnehmen kann, musste ich die Einrichtung getrennt vom Haus fotografieren). Alle Häuschen auf der Anlage sind beleuchtet (Puppenstubenbeleuchtung)

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Ich entdecke eine kleine Herde von Cayuse Ponys (auch unter dem Begriff Mustangs bekannt), die sehr schnell, hart und ausdauernd sind. Sie haben ein Stockmaß von ca. 140 bis 148 cm und sind nicht nur bei den Indianern beliebt, sondern auch bei den Cowboys und der US Kavallerie.

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Am Rande der Ponyweide, hinter kleinen Felsen versteckt, sehe ich eine Kojotenfamilie. Kojoten sind auch bekannt als nordamerikanische Präriewölfe, gehören zur Familie der Hunde, leben selten in Rudeln zusammen, sondern paarweise. Ein Kojotenpaar bleibt meist ein Leben lang zusammen. Der Kojote erreicht eine Gesamtlänge von 110 cm. Die Schulterhöhe beträgt 50 cm. Das Gewicht liegt im Schnitt bei 14 kg und kann zwischen 9 und 22 kg liegen. Sein Fell hat keine einheitliche Farbe, sondern variiert zwischen verschiedenen Tönen von gelbbraun und graubraun. Kehle und Brust sind weiß. Er hat ein weniger ausgeprägtes Sozialverhalten wie der Wolf. Sie haben den Ruf Aasfresser zu sein, tatsächlich erjagen sie jedoch den Großteil ihrer Nahrung selbst. meist Mäuse und Hasen. Kojoten haben eine Tragzeit von etwa 60 Tagen und bringen in einem Wurf durchschnittlich vier bis sechs Welpen zur Welt, meist Ende April oder Anfang Mai. Die mittlere Lebenserwartung beträgt sechs Jahre. Beide Elternteile helfen bei der Fütterung der Welpen. Im Herbst suchen sich die Jungen ihr eigenes Jagdgebiet, meist innerhalb von 15 Kilometern. Im Alter von einem Jahr sind sie geschlechtsreif.

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Nun kommt uns eine andere Kutsche entgegen, von einer jungen Frau gefahren. Sie überholt gerade einen Goldsucher mit seinem Esel. An der Seite der Kutsche hat sie ihr Reitpferd angebunden.

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Es ist recht mühsam nach Gold zu schürfen und nur wenige haben das Glück reiche Goldfunde zu machen. Trotzdem versuchen es immer wieder viele Männer, so wie dieser alte Goldsucher.

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Auf dem Weg liegt eine Klapperschlange. Es gibt verschiedene Arten, bei uns hier leben Texas-Klapperschlangen, die im Schnitt 1,80 m groß werden können. Klapperschlangen sind Giftschlangen und wenn sie sich bedroht fühlen, dann hört man ihre Rasseln als Warnung. Das Rasseln hat auch scheinbar das Pferd erschreckt, so dass es sich aufbäumt und der Cowboy aufpassen muss um nicht aus dem Sattel zu fallen.

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ANMERKUNG:

Es ist sehr schwierig alles so zu fotografieren, dass man einen guten Eindruck bekommen kann und alles zu sehen ist. Aus Platzgründen musste ich einzelne Szenen auf verschiedenen Regalbrettern aufbauen. Zum guten Schluss habe ich noch etwas auf der Fensterbank platziert, denn der Raum, in dem mein "Bonanza-Zimmer" ist, hat nur ca. 8 qm (2,00 x 4,00 m). Außerdem steht in diesem Raum auch noch mein PC und als echter Bonanza-Fan hängen natürlich auch noch Fotos etc. zum Thema an der Wand.

Die Postkutsche ist von der Fa. PAPO, aber im Originalzustand hat mir das Set nicht gefallen. Die Pferde sahen nicht schön aus, sie hatten auch kein Kutschgeschirr und der auf dem Sattelbock sitzende Cowboy mit der langen Peitsche war auch nicht so mein Ding. Daher habe ich dann die Pferde gegen Schleicher ausgetauscht, sie bekamen ein schönes Kutschgeschirr verpasst und auch der Kutscher wurde durch einen anderen ersetzt. Hier mal zum Vergleich die alte Zusammenstellung, also das Originalset:

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REISEBERICHT TEIL 2

Eine kleine Gruppe Büffel kreuzt unseren Weg. Es handelt sich um Bullen, die sich zu einer kleinen Herde zusammengeschlossen haben. Kühe und Kälber leben in Herden von ungefähr 50 Tieren. Nach einer Tragezeit von 9 Monaten werden die Kälbchen im Frühjahr geboren, sie sind dann um die 30 kg schwer und können bereits nach ein bis zwei Tagen mit der Herde mitziehen. Sie werden ein Jahr lang von ihrer Mutter gesäugt und von ihr gut behütet und geschützt. Mit zwei bis drei Jahren werden sie geschlechtsreif. Bisons sind gute Schwimmer. Sie werden ungefähr 20 Jahre alt, ernähren sich von Pflanzen, wie Gräser, Kräuter und Moose. Sie können dank ihres dicken Fells Kälte bis minus 40 Grad Celsius ertragen (Rinder können das nur bis 15 Grad). In der Prärie gibt es große Herden und sie sind wichtig für die Indianer als Lebensgrundlage.

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Hier im Westen Nevadas leben die Paiute Indianer, ihr Häuptling ist Winnemucca. Wir leben meistens mit ihnen in friedlicher Nachbarschaft, weil unsere Familie (Cartwright) sie respektvoll und menschlich behandelt. Leider gibt es jedoch viel zu viele Weiße, die die Indianer hassen und sie daher verfolgen oder sogar töten.

Ich sehe ein Tipi und einige Indianer. Im Inneren des Tipis ist eine Kochstelle, der Rauchabzug wird von außen über Holzstangen reguliert, wobei man sich an der Windrichtung orientiert. Der Boden ist mit Fellen ausgelegt, darauf kann man sicherlich warm schlafen.

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Die Indianer sind liebevolle und geduldige Eltern. Es ist ihnen egal, ob ihr Kind ein Mädchen oder Junge ist. Die Freude bei den Vätern ist aber besonders groß, wenn sie einen Sohn bekommen, da dieser doch die Anzahl der Krieger im Stamm erhöht.

Kurz nach der Geburt erhalten die neu geborenen Kinder einen Namen. Dieser richtete sich entweder nach einem Ereignis, das am Tag der Geburt stattfand oder nach einem Tier, einer Pflanze oder auch nach einer körperlichen Eigenschaft. Die ersten Lebensmonate verbringen die Kinder auf einer Tragwiege, auf der sie festgeschnallt werden. Diese Wiege kann die Mutter entweder auf dem Rücken tragen oder am Sattel einhaken. Trägt die Mutter die Wiege nicht bei sich, wird sie nicht hingelegt, sondern aufrecht abgestellt. So kann das das Kind seine Umgebung erforschen.

Schon früh werden die indianischen Jungen und Mädchen auf ihr zukünftiges Leben vorbereitet. Während die Mädchen mit Puppen spielen, werden die Jungen schon mit Pfeil und Bogen bewaffnet, mit denen sie dann Kampfszenen und Jagdausflüge simulieren. Im reiferen Alter gehen die Mädchen der Mutter zur Hand. Sie lernen hierbei alles für die Hausarbeit und für ihre spätere Rolle als Hausfrau. Die Jungen hingegen begleiten immer häufiger ihre Väter bei der Jagd. Sie lernen hier Spurenlesen, Reiten, Bogenschießen und Schwimmen.

Im Pubertätsalter lernen die Kinder den Ernst des Lebens kennen. Jungen und Mädchen dürfen nun nicht mehr miteinander spielen. Die Jungen müssen ihre ersten Mutproben bei der Bisonjagd oder bei Raubzügen bestehen und ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen.

Die Mädchen müssen nun in der Nähe des Tipis bleiben und dürfen nicht mehr unkontrolliert im Lager herumstreifen. Hausarbeit gehört nun zu ihren Hauptpflichten.

Die Indianer sind gute Jäger und verstehen sich auch auf den Umgang mit Pferden. Die Frauen der Indianer machen viele Handarbeiten und weben Stoffe. Die Männer stellen Waffen her. Alles, was hierfür gebraucht wird, liefert ihnen der Büffel. Er ist nicht nur Nahrungsquelle durch sein Fleisch, sondern alles von ihm wird irgendwie verwertet. So werden Leder und Bekleidung gemacht, Mokassins und Bettdecken und auch die Tipis werden mit den Häuten bespannt. Aber auch Gegenstände für das tägliche Leben wie Kochtöpfe, Löffel, Becher, Nähfäden oder Beutel werden hergestellt, so wie Satteldecken, Zaumzeug und Lassos und Waffen, denn man macht Bogensehnen und Pfeilspitzen und auch Schutzschilde aus Knochen. Selbst das Fett wird verwendet, daraus wird Seife gemacht. Auch die Zeremonialgegenstände werden aus Teilen des Büffels gefertigt.

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Am Anfang des Berichtes habe ich erwähnt, dass die Reisen mit der Kutsche nicht ungefährlich sind wegen der Überfälle durch Banditen oder Indianer. Und ich hatte gehofft, davon verschont zu bleiben. Doch leider muss ich nun mit ansehen, dass Indianer einen kleinen Haltepunkt von der Wels Fargo-Companie angegriffen haben. Es scheinen aber keine Paiutes zu sein, ich glaube es sind Apachen, obwohl diese eigentlich in einem anderen Gebiet von Nevada leben. Sie haben sich aber schon öfter mit den Paiutes zusammengeschlossen.

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Bei diesem Überfall haben sie einige Gewehre erbeutet und diese werden sie sicherlich nicht kampflos wieder abgeben. Aber zum Glück sehe ich die Kavallerie kommen, und die wird nicht nur für unsere Sicherheit sorgen, sondern auch versuchen den Indianern die Gewehre wieder abzunehmen.

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Oh je, erst jetzt sehe ich, einen der Soldaten haben die Indianer getötet, er liegt in dem abgebrannten Planwagen. Wahrscheinlich ist er der Truppe voraus geritten um die Lage zu erkunden oder aber er hat den Planwagen gefahren, und er wurde dabei von den Indianern wegen der Gewehre überfallen.

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Es ist ein rauhes Land hier, voller Gefahren, aber auch ein schönes Land für eine gute Zukunft. Und ich liebe dieses Land und freue mich darüber hier auf der Ponderosa leben zu können, mit den Menschen die mir nahe stehen. Aber noch muss ich mit der Postkutsche ein Stück durch Neveda reisen, bis ich angekommen bin. Ich kann es kaum erwarten, denn ich habe meine Familie vermisst und auch die Ausritte mit meinem Schimmel Blizzard über die Ponderosa, oft in Begleitung von Ben mit Buck.

ANMERKUNGEN:

Meine Soldaten sind von SIMBA, weil es von Schleich leider nichts in diese Richtung gibt und auch in Bezug auf andere Sachen im Bereich Wilder Westen nichts mehr hergestellt wird. Leider sahen sie nicht besonders gut aus, sie waren sowohl stehend als auch als Reiter einsetzbar. Also habe ich sie erst mal aufs Pferd gesetzt. Die Ausrüstung und das Sattelzeug habe ich entsprechend "umgerüstet", der Sattel war ursprünglich mal der Dressursattel von Schleich. Da habe ich die weiße Satteldecke entfernt und eine aus blauem Filz gemacht und diese mit gelber Litze verziert, damit es auch so aussah wie bei den Unionssoldaten, denn es soll ja schließlich alles authentisch sein. Die Soldaten waren nur halb angemalt und Sinela hat sie so wunderschön und natürlich bemalt, dass sie nun einfach Spitze aussehen. Dafür noch einmal ein herzliches Danke Schön an sie! Die kleinen schwarzen Satteltaschen hat Anika (Hofnika) angefertigt.

Mangels Platz musste ich den Indianerüberfall auf der Fensterbank in Szene setzen. Daher ist nicht die gesamte Rückseite vom Bild her gleich. Links musste ich eine kleine Öffnung lassen, damit ich noch Licht ins Zimmer bekomme. Also nicht darüber wundern, dass bei dem Hintergrund nicht alles gleich aussieht.

Bald werde ich euch dann erzählen, wie es auf meiner Reise weiter geht.
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Schmuggler
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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitragvon Schmuggler » Sa Dez 29, 2018 11:27 am

Es ist wie, sich eine alte vielgeliebte Serie anzuschauen!
Langweilige Hobbies kenn ich nicht!

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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitragvon SuE » Sa Dez 29, 2018 8:07 pm

Coooool! Du machst das so schön, mit den Bildern und der Geschichte, der Info dazu :)
Ich kenne die Serie ja seit ich klein war. Und mit Puppen gespielt hatte :D (aber habe nur wenig Erinnerung dazu :( :roll:

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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitragvon Bonny » So Dez 30, 2018 5:27 pm

Die Bilder sind sehr toll und so schön Detailreich!

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Casira
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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitragvon Casira » So Dez 30, 2018 8:59 pm

Die Geschichten und Bilder sind klasse gemacht mit den vielen Details. :D

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Annie Cartwright
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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitragvon Annie Cartwright » So Dez 30, 2018 11:46 pm

Schön das euch die ersten beiden Teile gefallen haben. Jetzt geht es auch gleich weiter mit Teil 3 und Teil 4:


REISEBERICHT TEIL 3

Meine Reise geht weiter und wir sehen eine Herde mit Rindern, von Cowboys getrieben. Sie scheinen aber gleich Rast zu machen, denn ich sehe den Küchenwagen, den sogenannten „Chuckwaggon“ an einem kleinen Bach stehen. Nur bei einem Viehtrieb über längere Strecken und mit großen Herden ist ein Küchenwagen erforderlich. Manchmal bestehen solche Herden aus Tieren von verschiedenen Ranchern, die sich zusammengeschlossen haben. Werden die Tiere nur von einer abgeweideten Weide zu einer anderen, mit frischem Gras, getrieben, dann ist kein Küchenwagen erforderlich. Bei jedem großen Viehtrieb, dem sogenannten Roundup, ist es die erste Aufgabe des Ranchers diesen Wagen zu beschaffen, denn er ist mit das Wichtigste was man bei einem langen Viehtrieb benötigt. Der mit einem Segeltuch überspannte Wagen transportiert Lebensmittel und die Geräte, die zum Kochen benötigt werden, und auch Teller und Tassen, und sie ist auch die Küche des Trecks. Auf der Rückseite des Wagens ist eine Kiste, die wird „Chuckbox“ genannt und sie ist ca. 1,00 m breit und 1,60 m hoch. Sie ist in mehrere Fächer unterteilt, in denen alles für die Essenszubereitung verstaut ist. Bei der Rast im Lager kann man die Klappe am Heck öffnen, herunter klappen und auf zwei Holzbeine stützen. Auf dieser Fläche kann der Koch dann arbeiten. Im Wagenbett befinden sich Geräte, wie Werkzeuge, Hufeisen, Äxte, Waffen, Munition und ganz wichtig, auch Medikamente. Der Koch ist nach dem Trailboss, der den Treck führt, der zweitwichtigste Mann. Seine Hauptaufgabe ist zwar das Kochen und Schlachten, aber er muss auch Holz sammeln, Haare schneiden, nähen und reparieren, und manchmal auch Zähne ziehen. Unsere Cowboys necken den Koch oft mit der Bezeichnung „Old Lady“, aber Vorsicht, bitte nicht zu sehr verärgern, sonst wird er nachher wütend und versalzt das Essen. Und er hat für Notfälle immer einen Whisky-Vorrat zur Hand, auf den er aufpassen muss, denn bei Roundups ist für die Cowboys das Trinken von Alkohol natürlich nicht erlaubt. Für medizinische Zwecke jedoch manchmal unerlässlich.

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Die Cowboys tragen Hüte mit breiten Krempen, um sich besser vor der sengenden Sonne zu schützen und Überhosen, sogen. Chaps, damit Kakteen und dornige Büsche sie nicht verletzen können. Die Stiefelabsätze sind höher, damit ihre Füße nicht so leicht aus den Steigbügeln rutschen. Sie haben spezielle Westernsättel die so konstruiert sind, dass Rinder am Sattel festgebunden werden können.

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Viehtreiben ist eine mühsame und beschwerliche Arbeit und durchaus nicht ungefährlich. Den Cowboys wird viel harte körperliche Arbeit abverlangt. Sie müssen die Tiere zusammen halten, entlaufene Tiere wieder einfangen und zur Herde zurück treiben, die Rinder mit einem Brandzeichen markieren, bei Verletzungen und Geburten den Tierarzt ersetzen, Tag und Nacht die Herde vor Viehdieben, Indianern oder Kojoten beschützen. Bei einer Stampede, so wird eine wilde panische Flucht genannt, müssen sie die Rinder wieder einfangen und beruhigen. Daher werden immer in der Nacht Wachen aufgestellt. Alle anderen Cowboys, die sich schlafen legen können, haben für den Fall eines Alarms ihr Nachtpferd schon gesattelt stehen. Die größte Gefahr in der Nacht ist eine Stampede, denn die Rinder geraten manchmal schon bei Kleinigkeiten in Panik und rasen dann los. Da genügt dann schon das aufglimmen einer Zigarette oder das Heulen von Wölfen. Am schlimmsten sind jedoch Gewitter, die oftmals eine Stampede auslösen. Rasen die Tiere dann davon, müssen die Cowboys versuchen die Herde zu überholen, um die an der Spitze rennenden Tiere zu erreichen. Diese müssen dann so abgedrängt werden, dass sie schließlich im Kreis laufen. Der Kreis wird dann immer enger gezogen und so die Stampede unter Kontrolle gebracht. Oft gelingt es jedoch nicht die Herde wieder unter Kontrolle zu bekommen. Dann müssen die Tiere am nächsten Morgen mühsam wieder eingefangen werden. Das dauert dann manchmal einige Tage. Und leider brechen sich dann auch einige der Rinder ein Bein und müssen getötet werden.

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Außer den Cowboys werden auch noch ein oder zwei sogenannte „Wrangler“ benötigt. Das sind Männer, die sich um die Pferde kümmern müssen. Die Pferdeherde wird als „Remuda“ oder auch als „Saddle-Band“ bezeichnet. Jeder Cowboy hat mehrere Pferde zur Verfügung, davon eines speziell für die Nacht.

An der Spitze der Herde, die „Point“ genannt wird, reiten die „Point Riders“. Das sind besonders erfahrene Cowboys und sie müssen dafür sorgen dass der vom „Trailboss“ vorgegebene Weg eingehalten wird. An den Seiten reiten dann die „Swing-Riders“ und die „Flank-Riders“, die die Herde zusammen halten müssen. Am Ende der Herde sind dann die „Drag-Riders“, die sich mit den Rindern abmühen müssen, die nicht mehr weiter wollen. Das ist der undankbarste Job, da die Herde viel Staub aufwirbelt und sie diesen schlucken müssen.

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Der Küchenwagen fährt der gesamten Herde immer weit voraus, um an dem vom Trailboss vorher bestimmten Lagerplatz mit der Zubereitung des Essens anfangen zu können.
Und der Koch ist auch schon fleißig dabei für das Essen zu sorgen. Er schwingt die Pfanne und auf der Feuerstelle steht der heiße Kaffee und ein Topf mit Chili con Carne.

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Die ersten hungrigen Männer haben sich schon eingefunden und werden gleich durch den Koch versorgt.

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Sieht alles recht ordentlich aus, was da so angeboten wird, denn ich sehe Rührei und Bacon. Aber gutes Essen ist auch wichtig, einmal zur Stärkung, und einmal um die Jungs bei Laune zu halten.

Während in Texas meist Texas Longhorn Rinder gezüchtet werden, haben wir hier in Nevada überwiegend Hereford Rinder. Hier sind ein besonders schöner Bulle dieser Rasse und zwei Kühe mit ihren Kälbern zu sehen.

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Durch die Weite unseres Landes wird vor allem in den fruchtbaren Ebenen der Prärie Getreide angebaut, aber die breit angelegte Viehzucht ist in Nevada und auch in anderen Landstrichen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, der auch Arbeitsplätze schafft.

Während die Cowboys ihrer Arbeit nachgehen, fahre ich mit der Postkutsche weiter in Richtung Virginia City. Die Vorfreude auf mein Heimkommen zur Ponderosa wächst, aber ich muss mich noch ein wenig gedulden bis wir dort sind. Bis dahin gibt es sicherlich noch einiges zu sehen, und ich werde euch dann wieder darüber berichten.

Also dann, bis bald!


Reisebericht Teil 4

Wie bereits erwähnt, müssen die Cowboys immer gut aufpassen dass keine wilden Tiere in die Herde einbrechen und Rinder anfallen oder töten. Hier hat sich ein Puma angeschlichen, wurde jedoch von einem der Cowboys bemerkt und der hat schon zur Vorsicht sein Gewehr auf ihn gerichtet, und kann so im Notfall den Puma erschießen.
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Der Puma ist eine Katzenart, wird den Kleinkatzen zugeordnet, er gehört aber zu den größten Katzen und der Name Puma ist aus dem Quechua entlehnt. Männchen wiegen zwischen 53 kg und 72 kg, Weibchen zwischen 34 kg und 48 kg. Seine Schulterhöhe beträgt rund 60 bis 70 cm, die Kopf-Rumpf-Länge 68 cm bis 155 cm, und hinzu kommt dann der Schwanz mit einer Länge zwischen 60 cm und 97 cm.Das Fell ist kurz, dicht und einfarbig. Es gibt verschiedene Farbtöne, am häufigsten jedoch gelbbraune bis rötlichbraune, aber auch silbergraue. Das Kinn und die Brust sowie die gesamte Unterseite sind immer weißlich, die Schwanzspitze ist immer dunkel. Neugeborene Pumas sind kräftig gefleckt und beigefarben, aber die Fleckenzeichnung verblasst noch im ersten Lebensjahr. Pumas haben fünf Zehen an den Vorderpfoten und vier an den Hinterpfoten und sie können ihre Krallen einziehen.Pumas sind kräftig und sehr beweglich und daher in der Lage, vom Boden aus bis zu 5,5 m hoch in einen Baum zu springen. Sie können unterschiedliche Laute von sich geben, die sich zwischen den Geschlechtern unterscheiden. Zwitschernde Laute dienen offenbar der Verständigung zwischen Müttern und ihren Kindern, während Schreie wohl zum Paarungsverhalten gehören. Sie erreichen ein Alter zwischen 8 und 13 Jahren.Der Puma ist ein Einzelgänger und meidet seine Artgenossen, außer zur Paarungszeit. Er lebt in einem Gebiet zwischen 50 qm und bis zu 1.000 qm. Die Größe des Gebietes hängt vom Nahrungsangebot an vom Zugang zu Geschlechtspartnern, wobei die Reviere der Männchen größer sind als die der Weibchen.

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Weil sie sich gegenseitig aus dem Weg gehen, sind Pumas untereinander recht friedlich. Ihr Revier wird markiert durch Kot- und Harnmarken und durch Kratzspuren an den Bäumen, so dass jeder Bescheid weiß wenn ein Revier besetzt ist.Ein Puma kann auf kurzen Strecken sehr schnell laufen, nutzt diese Fähigkeit jedoch selten aus. Er kann eine Geschwindigkeit von 55 km/h bis 72 km/h erreichen. Wenn er ein Beutetier verfehlt, jagt er nicht hinterher. Wird er verfolgt, beispielsweise von einem Wolfsrudel, flüchtet er lieber auf einen Baum als größere Strecken zu laufen.Pumas erbeuten Säugetiere in nahezu allen Größen, angefangen bei Mäusen, Ratten, Erdhörnchen, Skunks, Waschbären, Biber, aber auch Hirsche, Schafe und junge Rinder. Er kann andere Raubtiere wie Kojoten oder Rotluchse überwältigen und frisst auch Vögel und auch Fische. Wenn er ein größeres Tier erlegen will, dann schleicht er sich an und springt aus kurzer Distanz dem Tier auf den Rücken und bricht ihm mit einem kräftigen Biss in den Hals das Genick. Als Einzelgänger kommen Pumas nur zur Paarungszeit zusammen, normalerweise ist das zwischen November und Juni, für maximal sechs Tage, ehe das Männchen dann das Weibchen einige Wochen vor der Geburt der Jungen wieder verlässt. Die Tragezeit beträgt etwa drei Monate und ein Wurf hat zwischen einem und sechs Jungen, im Durchschnitt sind es meist zwei bis drei Jungen, mit einem Geburtsgewicht zwischen 230 und 450 Gramm und einer Größe von 20 bis 30 cm. Bereits nach sechs bis sieben Wochen können sie feste Nahrung zu sich nehmen und im Alter von ca. 20 Monaten trennen sie sich von ihrer Mutter.

Während wir nun weiter unterwegs sind, sehe ich mehrere Wölfe an unserem Weg entlang laufen. Unser Kutscher hat daher schon die Hand am Gewehr, damit er, wenn es erforderlich wird, schießen kann. Der Geruch der Wölfe macht die Pferde nervös, daher muss der Kutscher nun gut aufpassen, damit wir ohne Zwischenfälle unser Ziel erreichen werden. Die meisten Kutscher sind sehr erfahren und auch unser Kutscher macht einen sehr gelassenen Eindruck.

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Wölfe können gefährlich werden für eine Rinderherde, aber auch für Pferde, die Nähe von Menschen meiden sie jedoch. Wölfe gehören zur Ordnung der Raubtiere aus der Familie der Hunde, denen sie auch äußerlich ähneln. Die Färbung ist sehr variabel, es gibt weiße, cremefarbene, gelbliche, rötliche, braune, graue und schwarze Wölfe. Sie leben in Familienverbänden, die Rudel genannt werden. Ihre Hauptbeute sind mittelgroße bis große Huftiere.Weibliche Wölfe werden nur einmal im Jahr fruchtbar. Männliche Wölfe sind nur zur Zeit der Brunft paarungsbereit und auch nur dann produzieren sie fortpflanzungsfähige Spermien. Die Weibchen sind nur ca. 7 Tagen empfängnisbereit. Wölfe sind sehr anpassungsfähig und bewohnen daher nicht nur Grasland und Wälder, sie können auch in der Wüste leben.Wölfe haben eine Sozialordnung, selten trifft man sie alleine an, denn normalerweise leben sie in einem Rudel. Dieses besteht normalerweise aus dem Elternpaar und dessen Nachkommen und somit handelt es sich um eine Familie. Wölfe werden erst mit zwei Jahren geschlechtsreif und bleiben bis zur Geschlechtsreife bei den Eltern. Die Jungwölfe unterstützen ihre Eltern bei der Aufzucht der neuen Welpen. Wenn sie geschlechtsreif werden wandern sie aus dem Territorium der Eltern ab und suchen sich ein freies Revier. Wenn sie dabei einen ebenfalls ausgewanderten anderen Jungwolf treffen, dann gründen sie damit eine eigene Familie. Die Elterntiere sind grundsätzlich dominant, daher gibt es auch keine Kämpfe um die Rangordnung. Sie leben in festen Revieren und verteidigen diese gegen andere Rudel oder auch einzelnen Wölfen. Die Größe der Reviere richtet sich danach wieviel Beutetiere vorhanden sind. Die Grenzen werden vor allem durch Harnmarkierungen angezeigt. Wenn sie durch ihr Revier streifen, was der regelmäßigen Kontrolle dient und auch dem ausspähen passender Beutetiere, suchen sie sich einzelne Bäume, Steine oder Sträucher aus und markieren diese intensiv. Auch das gemeinschaftliche Heulen des ganzen Rudels zeigt benachbarten Rudeln an, dieses Revier ist besetzt und gehört uns. Meistens wird das Heulen dann von den anderen Rudeln beantwortet.

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Die Grundnahrung der Wölfe bilden pflanzenfressende Säugetiere, wie Bisons, Hirsche oder Wildschweine, aber auch kleinere Säugetiere wie Hasen, Kaninchen oder Wühlmäuse werden erbeutet. In der Nähe von Menschen schlagen sie auch Schafe, junge Rinder und sogar Haushunde und Hauskatzen. Findet er keine Beute, dann frisst er auch schon mal Aas. Sie finden ihre Beute meist direkt durch den Geruch der Beutetiere und versuchen sich dann unbemerkt bis auf eine geringe Distanz zu nähern. Fliehende Tiere werden meist nur wenige Meter mit hoher Geschwindigkeit verfolgt und wenn sie das Beutetier nicht erreichen können, dann wird die Jagd abgebrochen. Selten gibt es längere Hetzjagden über mehrere Kilometer. Wölfe sind aber auch clever genug die Geländegegebenheiten zu nutzen, indem ein Teil des Rudels sich versteckt und der andere Teil des Rudels das Beutetier in deren Richtung jagt. Im Winter versuchen sie Huftiere auf zugefrorene Seen oder Flüsse zu treiben, da diese dort mit ihrem glatten Hufen schnell ausrutschen und nicht mehr entkommen können. Mittelgroße Huftiere versuchen durch Flucht zu entkommen, große Beutetiere, die sich wehren können, stellen sich oft den Wölfen und verteidigen sich dann meist erfolgreich. Kleinere Huftiere werden meist durch einen sehr kraftvollen Biß in die Kehle oder in den Nacken getötet. Große Tiere, wie z.B. Bisons, werden mit Bissen ins Hinterteil, den Flanken, Rücken oder in die Nase aufgehalten und zu Fall gebracht und dann ebenfalls mit einem Biss in die Kehle getötet und möglichst vollständig gefressen.Die Tragzeit beträgt durchschnittlich 65 Tage. Vor der Geburt der Jungen wird eine Erdhöhle gegraben oder eine andere Höhle von anderen Säugern übernommen und wenn erforderlich, etwas vergrößert. Die Höhlen haben ein oder zwei Eingänge und von diesen führt ein Gang in die große Kammer. Etwa drei Wochen vor der Geburt verlässt das tragende Weibchen die Umgebung der Höhle nicht mehr. Die Geburt selbst erfolgt in der Höhle und in einem Wurf befinden sich im Regelfall vier bis sechs Welpen. Sie sind blind und taub und wiegen zwischen 300 und 500 Gramm, haben ein feines, dunkles Fell. Nach 11 bis 15 Tagen öffnen sich die Augen, die Welpen können nun auch laufen und knurren und auch kauen. Auch die ersten Zähne sind zu sehen. Um den 20. Tag herum können sie nun auch Laute wahrnehmen, verlassen zum ersten Mal die Höhle und spielen mit ihren Geschwistern und älteren Familienmitgliedern. Jetzt können sie auch feste Nahrung zu sich nehmen, werden aber noch bis zum Alter von 6 bis 8 Wochen gesäugt. Kommen Rudelmitglieder von der Jagd zurück werden sie von den Welpen am Maul beschnuppert und mit der Schnauze umklammert, bis sie Nahrung auswürgen. In der 16. bis 20. Lebenswoche wachsen die festen Zähne und nach etwa einem Jahr ist das Wachstum abgeschlossen. Das Höchstlebensalter der Wölfe liegt bei 10 bis 13 Jahren, jedoch wird dieses Alter oft nicht erreicht, weil die Tiere durch Krankheiten wie Tollwut, Hundestaupe und Räude gefährdet sind, ebenso können sie aber auch verhungern oder an Verletzungen sterben.


Da wir noch ein kleines Stück Weg bis nach Virginia City zurücklegen müssen, hoffe ich noch weitere Wildtiere zu sehen, damit ich sie euch zeigen kann. Nicht sehen werden wir wohl einen Skunk, auch unter dem Begriff Stinktier bekannt, weil dieser bei Gefahr seinen Angreifer mit einem übelriechenden Sekret aus den Analdrüsen abschreckt. Auch Skunks sind Raubtiere und ernähren sich von kleinen Beutetieren wie Nagetieren, Vögel und Schlangen, aber auch von Früchten und Nüssen. Da sie nachtaktiv sind und sich tagsüber in Felsspalten oder selbst gegrabenen kleinen Höhlen verstecken, werden wir sie wohl leider nicht zu Gesicht bekommen.

Oh, da sehe ich ja einen alten Bekannten! Das ist Johann, der Vorarbeiter unserer Holzfäller, wird hier jedoch nur John gerufen. Johann hat genau wie ich deutsche Wurzeln, und sein ständiger Begleiter ist sein Langhaardackel Draxl. Diesen hat er, als er vor ungefähr 10 Jahren ausgewandert ist, in seinem Rucksack als kleinen Welpen mit nach hier genommen. Draxl war ein Geschenk seiner Eltern und daher hängt er sehr an ihm. Immer dabei auch sein Tinker-Hengst, dem er den bayrischen Namen Schorschi verpasst hat.

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Zum Landbesitz der Ponderosa gehören viele Wälder, überwiegend mit Gelb-Kiefern. Wir Cartwrights legen großen Wert darauf das ökologische Gleichgewicht zu halten und nicht alle Bäume zu fällen, nur um damit Geld zu verdienen, weil wir die Natur lieben. Für jeden gefällten Baum wird ein neuer gepflanzt und somit bleibt der Baumbestand erhalten und das finde ich gut. Außerdem haben die Bäume noch eine Schutzfunktion, weil sie den Wasserkreislauf regulieren und für die Fruchtbarkeit der Böden sorgen. Sie verhindern auch, dass bei starkem Regen Erde weggeschwemmt wird und es dadurch Überschwemmungen gibt.

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Ich winke Johann fröhlich zu und halte weiter Ausschau nach Wildtieren, die euch zeigen kann.

Und wir haben tatsächlich Glück, denn wir bekommen nun eine Grizzlybären-Mutter mit zwei Jungtieren zu sehen.

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Grizzlybären gehören zu den Braunbären, der Name Grizzly (grizzly kommt aus dem Englischen für „gräulich“) entstand dadurch, dass er am Ende von seinem Oberfell graue Spitzen hat, denn normalerweise sind Grizzlys auch braun, wobei es hier unterschiedliche Farbtöne gibt, die mal heller oder mal dunkler, bis fast schwarz, sein können. Die Fellfarbe hängt vom Lebensraum, insbesondere von der Nahrung und vom Klima ab, und es gibt auch einen Unterschied zwischen dem Sommer- und dem Winterfell. Bei uns im Norden sind die Grizzlys größer und schwerer als im Süden. Sie können bis zu 680 Kilogramm wiegen, im Süden dagegen sind sie mit 80 bis 200 Kilogramm wesentlich leichter. Aber auf jeden Fall sind die Männchen deutlich schwerer als die Weibchen, im Schnitt um das 1,8-fache. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt zwischen 1,5 bis 2,5 Meter, also schon recht stattlich. Die Schulterhöhe liegt bei bis zu 1,5 Metern und wenn einem ein aufrecht stehender Bär gegenüber steht, dann kann einem das schon ganz viel Angst einjagen und deshalb wird wohl jeder auf sein Erlebnis gerne verzichten. Sein Körperbau ist wie bei allen Bären stämmig, die Gliedmaßen sind lang und kräftig. Die Füße haben jeweils fünf Krallen, die nicht eingezogen werden können. Grizzlys sind Sohlengänger, genau wie alle anderen Bären auch. Der Schwanz ist ein kurzer Stummel, hat ungefähr eine Länge von 10 bis 12 cm, der Kopf ist massiv und rund und im Nacken hat er einen Höcker, der aus einer kräftigen Muskelmasse besteht. Diese braucht er, damit er seine Vordertatzen wirkungsvoll einsetzen kann. Mit den Tatzen jagt er nicht nur, er dreht Steine bei der Nahrungssuche um oder gräbt damit Höhlen. Grizzlys können bis zu 30 Jahre alt werden.Grizzlybären sind sowohl tagaktiv wie nachtaktiv und normalerweise Einzelgänger. Die heißen Tageszeiten verschlafen sie, weil sie lieber in der kühleren Tageszeit oder in der Dämmerung unterwegs sind. Gibt es jedoch irgendwo ein besonders reichhaltiges Nahrungsangebot, dann kann es vorkommen dass sich dort mehrere Bären treffen. Sie halten während der kalten Jahreszeit eine Winterruhe, jedoch halten sie keinen Winterschlaf, da die Körpertemperatur nur wenig zurückgeht und sie daher leicht wieder wach werden, wenn sie gestört werden. Um sich auf die Winterruhe vorzubereiten, legen sie sich im Spätsommer und Herbst einen Fettvorrat an. erHHHHObwohl ein Grizzly massigen Körperbau hat, kann er eine Geschwindigkeit von über 60 km/h erreichen. Wenn er nicht gerade jagt, bewegt er sich jedoch recht gemächlich. Dabei geht er normalerweise auf allen Vieren. Will er aber einen besseren Überblick bekommen, dann kann er sich auch auf die Hinterbeine stellen und so auch einige Schritte gehen.Wie die meisten Bären sind auch Grizzlybären Allesfresser und ernähren sich sowohl von pflanzlicher, als auch von fleischlicher Nahrung. Auf ihrem Speisezettel stehen daher Gräser, Kräuter, Wurzeln, Nüsse und Pilze und der Jahreszeit entsprechend dann auch Früchte und Beeren. Sie bevorzugen Pflanzen die vollreif und leicht verdaulich sind, da sie nährstoffarme Pflanzen nur schlecht voll verwerten können. Ihre fleischliche Nahrung besteht unter anderem aus Insekten und deren Larven, da diese trotz ihrer geringen Größe als Fett- und Proteinquelle dienen. Aber auch Vögel und deren Eier sowie Nagetiere werden von ihnen gerne verspeist. Sie jagen auch große Säugetiere, wie z.B. Bisons, machen aber auch nicht Halt vor Weidetieren wie Schafe, Ziegen und Rinder. Leben sie in der Nähe von Flüssen oder Seen, dann fressen sie gerne Lachs. Da Lachse sehr proteinreich sind, sind wahrscheinlich dort die Grizzlys größer als anderswo. Wenn sie auf Nahrungssuche sind, dann kommt ihnen dabei ihr ausgeprägter Geruchssinn zu Hilfe und sie haben ein ausgezeichnetes Gehör.Grizzly-Weibchen bringen etwa jedes zweite Jahr zwischen einem und vier, meist jedoch zwei Junge zur Welt. Die Paarungszeit ist im Juni und Juli, aber die Embryos beginnen sich erst mit der Winterruhe im November/Dezember zu entwickeln. Die Grizzly-Babys kommen dann im Januar oder Februar zur Welt und sind mit einem Gewicht von ca. 350 Gramm und einer Körperlänge von ungefähr 30 cm sehr klein. Im ersten Monat nach der Geburt sind sie noch blind und taub. Wenn sie zwei oder drei Jahre alt sind verlassen sie ihre Mutter.

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Indianer jagen den Grizzly und essen sein Fleisch und verarbeiten sein Fell zu Kleidung und Decken und seine Krallen und Zähne werden als Ziergegenstände genommen. Bei einigen Stämmen spielt der Bär als Totemtier eine wichtige Rolle.Da viele Menschen den Grizzly als potentielle Gefahr oder als Nahrungskonkurrenten sehen, wird er auch von diesen gejagt. Wegen seiner großen Kraft kann ein einziger Biss oder Tatzenhieb einem Menschen schwere Verletzungen zufügen oder sogar den Tod verursachen. Normalerweise greifen sie jedoch selten einen Menschen an, sondern sie fliehen vor ihm, wenn sie ihn herankommen hören. Allerdings gibt es Situationen, in denen sie gefährlich werden können, z.B. wenn sie verletzt sind oder Jungtiere bei sich haben.

Gleich werden wir in Virginia City ankommen, und ich kann endlich aus der Kutsche aussteigen, den Staub abschütteln, mich recken und darauf freuen, dass ich bald auf der Ponderosa sein werde. Da ich „meine Männer“ überraschen wollte und früher aus San Francisco abgereist bin, wissen die noch gar nichts davon dass ich auf dem Weg zu ihnen bin, und daher werde ich jetzt auch nicht abgeholt und muss mir gleich erst mal im Mietstall (livery stable) eine Kutsche mieten, damit ich das letzte Stück Weg noch zurück legen kann. Ist schon sehr praktisch, dass man sich bei Bedarf eine Kutsche oder auch ein Pferd mieten kann. Sonst hätte ich nicht die Möglichkeit gehabt, von Virginia City zur Ponderosa zu kommen. Immerhin beträgt die Entfernung vom Ranchhaus der Ponderosa bis Virginia City rund 20 Meilen = 32 Kilometer. Für einen Fußweg ein wenig lang und auch anstrengend.

Bevor ich mich jedoch auf den Weg mache, werde ich euch noch ein wenig von Virginia City zeigen, aber das mache ich dann in meinem nächsten Bericht.

Also, bis bald!
"Wir leben nicht wie wir es wünschen, sondern wie wir können." BEN CARTWRIGHT in BONANZA

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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitragvon Annie Cartwright » So Jan 06, 2019 4:57 pm

Reisebericht TEIL 5

So, wie versprochen werde ich euch jetzt ein wenig durch Virginia City führen. Wie ich bereits sagte, existiert die Stadt erst seit einigen Jahren, aber mittlerweile haben wir alle lebensnotwendigen Einrichtungen und die Stadt entwickelt sich stetig weiter. Wir gehen nun in die Main Street, das ist die Hauptstrasse. Am Anfang ist eines der wenigen Gebäude aus Stein, die meisten Häuser hier sind aus Holz. In diesem größeren Gebäude befinden sich das Büro von Wells.Fargo & Company, die Bank von Virginia City und unser General Land Office.

Wir freuen uns besonders darüber, dass es nun auch in Virgina City ein Büro von Wells.Fargo gibt. Die Firma wurde erst im Jahr 1852 von William Fargo und Henry Wells im Westen der USA gegründet, damit Transportdienstleistungen angeboten werden können. Nur so haben wir nun die Möglichkeit mit der Postkutsche zu reisen, und das ist schon sehr angenehm für uns und für weite Reisen auch erforderlich.

Sehr wichtig ist auch das General Land Office (GLO), eine unabhängige Agentur der Regierung der Vereinigten Staaten, verantwortlich als Public Domain, also frei zugänglich für jeden. Grundlage aller Daten in Bezug auf Land- und Grundbesitz war die Landverordnung von 1785, die für die systematische Erhebung und Vermessung des öffentlichen Landbesitzes sorgte. 1787 wurde ein Vermessungssystem entwickelt, um die Übertragung von Land an private Bürger zu erleichtern. Im GLO kann nun jeder seinen Grundbesitz eintragen lassen und hat somit einen Besitzanspruch bzw. einen rechtlichen Nachweis darüber, dass ihm dieses Land gehört. Das GLO beaufsichtigt die Vermessung der Ländereien, den Eintrag ins Grundbuch mit Zeichnung der Grundstückslage und der Verkäufe, insbesondere bei öffentlichem Landbesitz. Grenzen werden mit einem GLO-Marker gekennzeichnet, so dass jeder erkennen kann wo ein Grundstück anfängt und so es endet.

Auch die Virginia City Bank ist für den Aufbau der Wirtschaft enorm wichtig. So mancher Siedler hat hier einen Kredit erhalten, um sich ein Stück Land kaufen und bewirtschaften zu können oder Zeiten nach schlechten Ernten bei Trockenheit oder Viehsterben durch Krankheiten zu überbrücken, bis er wieder ein Einkommen hatte. Selbst wohlhabende Bürger oder Rancher benötigen manchmal zur Durchführung von Transaktionen einen Zwischenkredit und somit wäre der Fortschritt in Virginia City nicht möglich, gäbe es keine Bank.

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Da habe ich mich gefreut, dass ich auf der bisherigen Reise einen Indianerüberfall nur anschauen musste und gedacht, hier in der Stadt ist es ruhiger und sicherer, und was passiert? Kaum hier angekommen muss ich nun ansehen, wie die Bank überfallen wird. Der Bankräuber steht mit gezogenem Colt vor der Tür der Virginia City Bank, die Satteltasche über die Schulter geworfen und will schnell zu seinem Pferd, um dann mit der Beute zu verschwinden. Soviel ich weiß, ist unser zuverlässiger und stets achtsamer Sheriff Roy Coffee im Moment in Carson City. Aber zum Glück haben wir noch einen guten Deputy, und der hat schon mitbekommen das ein Bankräuber die Bank überfallen hat und sich auf der Straße aufgebaut um ihn aufzuhalten und dann in unser Gefängnis (Jail) zu bringen. So lange wir so treue Gesetzeshüter haben, brauchen wir uns keine Sorgen zu machen, denn diese sorgen dafür dass die Bürger ruhig schlafen können und es friedlich zugeht und die Gesetze beachtet werden.

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Direkt neben dem Wells.Fargo Gebäude ist eines der hier meist üblichen Häuser aus Holz, in diesem ist die Sattlerei und Schuhmacherei von Lance Brewster. Lance fertigt gute Arbeitssättel an, aber auch ganz fantastische Westernsättel, die nicht nur praktisch sind, sondern auch sehr schön aussehen. Er verwendet feinstes Leder und hat großes Geschick darin diese Sättel zu verzieren. Einen Sattel können wir hier sehen, den hat er auf einem Sattelbock vor dem Haus aufgestellt. Sieht wirklich toll aus!

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So sympathisch er uns ist, so wenig können wir seine Gattin Gloria leiden. Diese hat eine spitze Zunge und tratscht gerne herum. Sie hat somit nicht gerade den passenden Vornamen bekommen, denn Gloria bedeutet ja Ruhm und Ehre, und diese Begriffe sind für sie ein Fremdwort. Der arme Lance muss oft ganz schön was aushalten mit ihr. Hoffen wir mal, dass die gemeinsame Tochter Abigail nicht nach der Mutter kommt, sondern nach dem Vater.

Was habe ich gesagt? Da steht Gloria auch schon auf dem Bürgersteig mit ihrer Tochter und schaut sich den Banküberfall neugierig an. Es wäre wohl sinnvoller und vernünftiger sich das Kind zu nehmen und aus der Schusslinie zu gehen. Wahrscheinlich ist es ihr aber wichtiger Gesprächsstoff für ihr nächstes Kaffeekränzchen zu haben, aber sie sollte mal besser daran denken das solche Szenen nichts für Kinder sind. Im Übrigen mag ich das „Damen-Kränzchen“ der manchmal etwas eingebildeten Ladys von Virginia City nicht besonders, die vieles unter dem Deckmantel der Wohltätigkeit veranstalten, aber dabei ihre eigenen Interessen in den Vordergrund rücken, und bei ihren Treffen oftmals über andere Menschen herziehen. Daher drücke ich mich gerne an ihren Veranstaltungen vorbei, denn für mich zählt nur der Charakter und nicht die Herkunft und das Vermögen. Außerdem haben diese Ladys ihr angenehmes Leben meist nur der Heirat mit einem betuchten Mann zu verdanken und somit einfach nur Glück gehabt.

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Als nächstes kommen wir zum Telegraph-Office, hier ist auch die Poststelle von Virginia City untergebracht. Von April 1860 bis Oktober 1861 war hier das Office vom Pony-Express. Der Pony-Express war ein als Reiterstaffette organisierter Postbeförderungsdienst und für rund ein Jahr die schnellste Postverbindung in Nordamerika. Die Route war 3.100 km lang und ging von St. Joseph in Missouri nach Sacramento in Kalifornien. Sie folgte dem Oregon Trail und dem California Trail bis Fort Bridger in Wyoming sowie weiter dem Mormon Trail bis Salt Lake City, Utah. Von dort folgte sie der Central Nevada Route bis nach Carson City und ging dann weiter über die Sierra Nevada bis zum Zielpunkt Sacramento in Kalifornien. Initiator war William Hepburn Russell und am 3. April 1860 wurde der Betrieb aufgenommen.

Ungefähr alle 15 bis 20 km gab es eine Zwischenstation. Da diese Arbeit nicht ungefährlich war, wurden überwiegend junge, ungebundene Männer angestellt, die nicht älter als 18 Jahre waren. Um es den Pferden nicht zu schwer zu machen, durften sie nicht mehr als 60 kg wiegen. Der bekannteste von ihnen war Buffalo Bill, gerade mal 14 Jahre alt. Durch das Staffettensystem war der Pony-Express sehr schnell, denn jeder Kurier wurde nach spätestens 300 km ausgewechselt, meist jedoch schon früher. Er führte etwa 10 kg Eilpost mit sich und im Schnitt übernahm nach 80 km ein neuer Reiter die Post. Für die gesamte Strecke wurden etwa 120 Pferde und 40 Reiter benötigt und in etwa 10 Tagen war man dann am Ziel. Um den reibungslosen Ablauf zu gewährleisten benötigte man 153 Zwischenstationen, 80 Kuriere, 500 Pferde und 200 Pferdepfleger. Der größte Teil des Weges ging durch feindliches Indianergebiet und da die Indianer häufig die Reiter angegriffen haben, kam es oft zu Unterbrechungen bei der Beförderung. Da Pferd und Reiter enorm viel Kraft abverlangt wurde, kamen diese schnell an ihre Leistungsgrenzen. Nach etwas mehr als einem Jahr, am 22. Oktober 1861, wurde der Nachrichtendienst von der transkontinentalen Telegrafenleitung übernommen. Der Pony-Express hat große finanzielle Verluste erlitten, aber bei uns allen hier in der Bevölkerung hatte er großes Ansehen.

Nun erfolgt die Übermittlung eiliger Nachrichten telegraphisch, auch in Virginia City ist es jetzt möglich im Telegraph Office ein Telegramm aufzugeben. Bis es diese Möglichkeit gegeben hat, waren diverse Forschungen und Versuche weltweit voran gegangen, unter anderem gab es 1835 einen Nadeltelegrafen, danach folgte 1836 der erste Drucktelegraf, konstruiert von dem Deutschen Carl August von Steinheil, und er übermittelte später Nachrichten mit Hilfe eines eigenen Codes. Ein nachhaltiger Fortschritt kam dann 1837 mit dem von Samuel Morse (1791 in Massachusetts geboren) konstruierten und im Jahr 1844 verbesserten Schreibtelegrafen. Er entwickelte auch den nach ihm benannten Morse-Code, der aus drei verschiedenen Signalen zusammengesetzt ist: kurz, lang und Pause. Diese Technik hat sich weltweit durchgesetzt und wird nun auch in unserem Telegraph Office zur Nachrichtenübermittlung genutzt.

Natürlich besteht auch weiterhin die Möglichkeit normale Briefe mit der Post befördern zu lassen und mittlerweile gibt es auch Briefmarken. Briefmarken wurden 1840 zunächst in Großbritannien eingeführt und bald interessierte man sich auch in Amerika dafür. So wurde dann am 1. Februar 1842 durch den Privatdienstleister Alexander M. Greig in New York City die „City Despatch Post“ errichtet. Greig gab eigene Briefmarken aus, die das Porträt von George Washington zeigten. Aber schon nach wenigen Monaten nach Gründung dieser Firma verkaufte er diese an unsere US-Regierung und diese übernahm den Postdienst am 16. August 1842 unter dem Namen „United States City Despatch Post“. Am 1. Juli 1847 wurden aufgrund eines Kongressbeschlusses die ersten Freimarken zu 5 und 10 Cent ausgegeben. Sie zeigten das Bild von Benjamin Franklin und George Washington und die Inschrift „Post Office“, und im Jahr 1851 kam eine weitere Serie von Briefmarken mit verschiedenen Werten heraus. Anfangs wurden die meisten Briefe noch bar frankiert, aber dann wurde ab dem 1. Januar 1856 die Verwendung von Postwertzeichen vorgeschrieben.

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Vor der Poststelle / Telegraph-Office ist auch der Haltepunkt für unsere Postkutsche. Er liegt somit fast neben dem Wells.Fargo-Gebäude, denn dort muss man sich auch die Tickets für die Postkutsche kaufen. Dafür gibt es einen kleinen Schalter mit einem schmalen Fenster, es ist geöffnet von 06:00 AM bis 09:00 PM (06.00 Uhr bis 21:00 Uhr).

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Jetzt gehen wir aber schnell mal ein Haus weiter. Hier finden wir die Rechtsanwaltskanzlei von Jeff Harper, der auch noch ein Notariat hat. Er ist relativ jung, aber trotzdem kompetent und setzt sich immer sehr für seine Mandanten ein. Gerade kommt er heran und will sein Büro aufschließen. So kann ich ihn noch schnell begrüßen, denn er betreut auch unsere Familie in allen Rechtsangelegenheiten.

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Vor seinem Haus steht ein Wassertrog mit einer Pumpe. War eine gute Idee Wasser für Pferd und Reiter oder andere durstige Menschen zur Verfügung zu stellen. Im Sommer haben wir normalerweise Temperaturen um 30°C, aber es gab manchmal auch recht heiße Sommer bis um die 40°C, und da ist Wasser als Erfrischung sehr willkommen.

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Nun sehen wir unsere City Hall, ein sehr schönes Gebäude, auf das wir mit Recht stolz sein können. Besonders die Fensterrahmen und der Türrahmen sind durch ihre kunstvolle Verarbeitung ein hübscher Anblick. Angefertigt wurden sie von Ethan Parker, einem Schreiner und Tischler, der auch als Undertaker hier in Virginia City tätig ist. Im Gebäude ist das Archiv mit den Akten über viele Vorgänge Virginia City und seine Bürger betreffend. Auch das Büro unseres Bürgermeisters und das Büro des Richters und Friedensrichter ist hier im Haus. Der Richter ist jedoch nicht täglich hier anwesend. Er kann Trauungen vornehmen, und er führt den Vorsitz bei Gerichtsverhandlungen, denn jeder gilt erst mal als unschuldig, bis ihm seine Schuld bewiesen wurde. Es gibt einen großen Saal, in die Gerichtsverhandlungen stattfinden, aber auch Trauungen werden dort vorgenommen. Er wird auch benutzt für kulturelle Veranstaltungen, denn Virginia City hat ein Kulturkomitee und das sorgt dafür, dass hier bei uns auch mal bekannte Künstler auftreten und so kommen wir dann in den Genuss von Opern, Operetten und Theatervorstellungen. Leider kann ich euch im Moment die City Hall nicht von innen zeigen, da diese wegen der Mittagszeit geschlossen ist. Und daher ist die gute Seele der City Hall, unsere stets freundliche und hilfsbereite Miss Judith Bishop, die gleich im Eingangsbereich ihre Rezeption hat, wohl zum Mittagessen.

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Virginia City wird nicht nur immer größer, sondern auch fortschrittlicher. Nun haben wir sogar zwei Gaslaternen in der Main Street, eine steht hier vor der City Hall, die andere neben der Kirche.

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In der Main Street ist um diese Zeit ordentlich was los. Es sind viele Leute unterwegs, auch Kutschen und ein müder Cowboy, der etwas schlaff im Sattel hängt. Vielleicht hatte er eine anstrengende Nacht und ist nun auf dem Weg nach Hause.

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Im Einspänner transportiert der stets lustige Kenneth, den wir alle nur Ken rufen, einige Sachen zur Farm seiner Eltern. Ken ist 15 Jahre alt und unterstützt seine Eltern nach Kräften, denn auf einer Farm gibt es immer viel zu tun. Die Familien müssen hier zusammen halten, denn nur so können sie alle erforderlichen Arbeiten selbst erledigen und für ihren Lebensunterhalt sorgen. Auch der Großvater, der starkes Rheuma hat und dadurch nur eingeschränkt arbeiten kann, lebt auf der Farm und packt mit an. Trotz aller Arbeit sind die meisten Menschen hier zufrieden, weil ihnen die Familie den nötigen Rückhalt gibt und man trotz allem auch viel Spaß haben kann.

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Mit der grünen Kutsche ist Grandpa Samuel Baxter mit seinem Enkelsohn Matthew unterwegs. Er hat eine kleine Farm in der Nähe von Virginia City, die er zusammen mit seiner Tochter Katie, der Mutter von Matthew, bewirtschaftet. Sie haben es nicht leicht, denn sie haben nur einige Kühe, die Mutterstute mit dem Fohlen und ein wenig Weideland. Katie hat am Haus einen Gemüsegarten angelegt und sie halten einige Hühner. Da sie bescheiden sind, reicht es für sie zum Leben aus. Sie sind fleißig und immer sehr freundlich. So wie ihnen ergeht es auch vielen anderen Familien, die einmal mit viel Hoffnung als Siedler ins Land gekommen sind. Doch die wenigstens schaffen es reich zu werden, sie sind froh wenn sie das Nötigste zum Leben haben und irgendwie über die Runden kommen.

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Neben der City Hall befindet sich der General Store von der Witwe Mabel Archer. Der Eingang ist etwas versteckt hinter dem Bürgersteig, aber sie stellt immer einige ihrer Waren vorne ab, damit man ihr Geschäft nicht übersehen kann. Mabels Mann wurde bei einem Unfall getötet und nun muss sie sich und ihren achtjährigen Sohn Scott alleine versorgen. Zum Glück läuft der General Store recht gut, denn Mabel hat nicht nur ein gut sortiertes Warenlager, sondern sie ist auch durch ihre hilfsbereite und nette Art sehr beliebt. Bei ihr gibt es alle Lebensmittel, die man benötigt, frisches Gemüse, aber auch Geschirr, Töpfe, Besteck, Arbeitskleidung, Werkzeug und viele andere Dinge die hier so gebraucht werden. Und sie backt Brötchen und leckeres Gebäck. Ihr Sohn ist ein kleiner Schlingel und stellt mit seinem ein Jahr älteren Freund Wayne so manchen Unfug an. Wayne ist übrigens der Sohn von unserem Hufschmied. Mabel freut sich sehr mich wiederzusehen, genau wie ich mich freue sie zu sehen, und sie lädt mich auf eine Tasse Tee ein. Diese Einladung nehme ich nach der langen Fahrt mit der Postkutsche gerne an und mache eine kleine Pause, bevor wir dann im nächsten Teil des Reiseberichtes weiter die Straße entlang gehen und ihr noch mehr Bewohner von Virginia City kennenlernen werdet.

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Also, bis bald!
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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitragvon Annie Cartwright » Fr Jan 11, 2019 10:23 pm

REISEBERICHT TEIL 6

Meine angenehme Teepause mit Mabel ist beendet, denn ich muss ja noch weiter. War schon ganz interessant, denn sie hat mir so einige Neuigkeiten erzählt. Aber erst einmal gehen wir zum Saloon GOLD DOLLAR.

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Normalerweise gehen „bürgerliche“ Frauen nicht in solche Lokale, das ist verpönt. Doch der Gold Dollar wird von zwei Schwestern geführt, Lizzy und Grace, und die haben ihren Laden voll im Griff, so dass wir heute mal eine Ausnahme machen können und uns den Saloon anschauen dürfen. Schlägereien oder sonstige Streitigkeiten werden von den beiden Mädels nicht geduldet und wer zu viel trinkt, der fliegt raus und muss das Lokal verlassen.

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Im Gegensatz zu anderen Saloons, denn in Virginia City gibt es noch einige, so auch den SILBER DOLLAR, und da sind Schlägereien an der Tagesordnung weil hier oftmals die Cowboys nach Ende eines Viehtriebs ein wenig Dampf ablassen, kann man hier also als Mann in Ruhe sein Bier oder einen Whisky trinken. Der Gold Dollar unterscheidet sich auch ein wenig von anderen Lokalen durch seine gemütliche Einrichtung. So gibt es hier eine alte Standuhr, deren Gong jede halbe und volle Stunde schlägt.


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Und sie haben auch ein Klavier, und am Wochenende spielt dann Piano Pete, der eigentlich Pete Newton heißt, und singt dazu mit seiner recht angenehmen Stimme flotte Country- und Westernsongs oder Balladen. Im Moment sitzt er gerade am Klavier um ein wenig zu üben. Ein weiterer Pluspunkt für den Golden Dollar ist das stets frisch gezapfte Bier und Lizzy und Grace versuchen es möglichst gut zu kühlen, damit es besser schmeckt.

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Wenn wir in Virginia City irgendwelche Veranstaltungen haben, dann engagiert man oft Piano Pete als Stimmungsmacher, allerdings kommt er dann ohne Klavier, das wäre wohl etwas zu schwer zu tragen, aber er spielt auch ganz toll Gitarre und er bringt dann noch zur Verstärkung einen Freund mit einer Geige mit. Oh ja, Feste feiern wir gerne und dann wird auch kräftig das Tanzbein geschwungen. Ich liebe besonders den Square Dance. Auch auf der Ponderosa gibt es oft Gelegenheiten dafür, wir laden uns Freunde und Nachbarn ein und haben reichlich Spaß. Solche Abwechslungen brauchen wir einfach mal nach der vielen harten Arbeit, und sie sind gut für Körper und Seele. Da wir meist auch weiter auseinander wohnen, ist dies auch die Möglichkeit sich mal zu treffen und ein wenig zu unterhalten. Und zu diesen Treffen kommt dann die ganze Familie mit, denn gemeinsame Unternehmungen mit der Familie bedeuten uns viel.

Gerade kommt Dwain auf seinem Schecken Dancer am Saloon vorbei. Er ist unsterblich in die blonde Grace verliebt und versucht daher immer ihre Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, in dem er sein Pferd irgendwelche Kunststücke vor dem Saloon machen lässt. Scheinbar hat es aber bisher nicht geklappt mit den Beiden, obwohl Dwain ein sehr netter und zuverlässiger Mann ist und für Grace alles tun würde. Es wäre wohl besser, er würde sie direkt mal nach einem Date fragen, aber dazu ist er wohl zu schüchtern. Eigentlich schade, denn sie wären ein hübsches Paar.

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Neben dem Saloon befindet sich die Tierarztpraxis von Dr. Brian Baker.

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Er ist ein guter Tierarzt und wird bei seiner Arbeit durch seine Frau Astrid unterstützt, die eine gebürtige Schwedin ist und mit der ich gut befreundet bin. Wir können mal in das Innere der Praxis schauen und sehen, sie behandeln gerade einen kleinen Patienten. Dr. Baker ist aber auch auf den umliegenden Farmen und Ranches unterwegs, leistet Geburtshilfe oder operiert verletzte Pferde, Rinder und andere Tiere. Auch bei Ausbruch von Seuchen ist er vor Ort um deren Ausbreitung zu verhindern und die betroffenen Tiere entsprechend zu behandeln. Daher sind wir froh, dass er so kompetent und engagiert ist. Auch auf der Ponderosa ist er schon tätig geworden, denn manche Verletzungen oder Krankheiten bei unseren Tieren können wir nicht selbst heilen.

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So muss ich leider mit der Begrüßung der Beiden warten, bis sie mit der Behandlung fertig sind. Aber ich winke schon mal vorsichtig um mein Kommen anzukündigen. Und dann saust plötzlich die Tochter des Hauses heran. Samantha, 6 Jahre jung, ein kleiner Wirbelwind, der lieber ein Junge wäre und daher nur Sammy genannt werden möchte. Daher trägt sie auch nur Hosen und verabscheut Kleider. Sammy hat ein gutes Händchen für Tiere und sie möchte später gerne Tierärztin werden. Bereits heute sammelt sie alle kranken und verletzten Tiere auf, bringt sie nach Hause und pflegt sie gesund. So, nun muss ich aber erst mal Sammy in die Arme nehmen und kräftig drücken, denn ich habe die Kleine in mein Herz geschlossen und mag sie sehr.

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Wir werden dann mal weiter gehen und uns das Sheriffs Office mit dem Jail anschauen, und ich muss dann die Begrüßung der Bakers später nachholen.

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Vor dem Sheriffs Office steht unser zweiter Deputy, weil Sheriff Roy Coffee im Moment abwesend ist.

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Da der Deputy sehr mager, fast hager ist, hat er den Spitznamen Flaco, das kommt aus dem Spanischen und bedeutet hager, mager oder dünn. Ich glaube, seinen bürgerlichen Namen kennt hier keiner mehr. Flaco hat einen mexikanischen Vater und eine indianische Mutter, aus dem Stamm der Sioux, und schöne blaue Augen, die wohl von einem spanischen Vorfahren vererbt wurden. Man sollte ihn aber nicht unterschätzen, denn er ist stark, sehr beweglich, im Kampf erprobt und er kann gut schießen.

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Flaco hat ein wunderschönes Cayuse-Pony, ein Geschenk der Sioux, mit dem langen Namen Chankoowashtay, der so viel wie „guter Weg“ bedeutet. Das Pony ist zwar etwas kleiner als unsere Pferde hier, aber dafür sehr ausdauernd und schnell. Und da Flaco so dünn ist, das Pony etwas moppelig, hat er es Gordo getauft, das kommt auch aus dem Spanischen und bedeutet Dicker. Er ruft ihn aber meist ganz zärtlich „Gordito“, übersetzt also Dickerchen. Die Beiden sind ein gutes, eingespieltes Team und haben daher auf Verfolgungsjagden immer die Nase vorn.

Ich nehme euch mal mit rein, denn hier ist nicht nur das Büro, sondern auch das Gefängnis (Jail) von Virginia City und siehe da, in der Zelle liegt ein Gefangener.

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Was der wohl angestellt hat? Auch betrunkene Randalierer landen oftmals hier im Jail, aber es gibt leider auch viel schlimmere Dinge, wie Viehdiebstähle, Banküberfälle oder sogar Mord. Daher haben unser Sheriff und die Deputys immer reichlich zu tun, und die Bürger können froh sein, dass sie oftmals unter Einsatz ihres Lebens Tag und Nacht aufpassen und im Notfall eingreifen, so manche Schlägerei schlichten und auch auf Verfolgungsjagd gehen. Wenn ein nächtlicher Bereitschaftsdienst angesagt ist, dann haben unsere Ordnungshüter ein schönes, rotes Sofa, auf dem sie sich dann auch mal hinlegen können. Und natürlich steht immer ein Pott Kaffee auf dem Ofen, der darf auf keinen Fall fehlen.

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Weiter geht es, und hier hat unser Blacksmith Kurt Muller seine kleine Schmiede.

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Kurt stammt aus Deutschland und hat sich hier eine neue Existenz geschaffen. Er ist einer der Besten seines Fachs und sagt immer, Hufeisen sind die Schuhe der Pferde und sie müssen daher passen und dürfen nicht drücken. Die Schmiede ist für ihn daher nicht nur ein Gelderwerb, sondern eine Passion. So ist er für die Pflege, dem Ausschneiden, der Hufe zuständig und für das Beschlagen. Er schaut sich bei Problempferden erst mal deren Gang an und passt die Hufeisen sehr genau an, macht manchmal kleine Ausgleiche an den Hufeisen um Stellungsfehler auszugleichen und dem Pferd dadurch das Laufen zu erleichtern. Natürlich beschlägt er auch Esel, Mulis und Maultiere. Rinder, die für den Transport eingesetzt werden, bekommen ebenfalls von ihm die Klauen beschlagen. Auch die Zahnpflege gehört zu seinen Aufgaben.

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Kurt ist ein Gemütsmensch, ruhig und gelassen, und sein kleiner Bierbauch verstärkt diesen Eindruck. Für kleine Pausen hat er sich einen Tisch und Stühle hingestellt und hier erledigt er auch den von ihm ungeliebten Schreibkram. Und wenn unser Sheriff Coffee da ist und ein wenig Zeit hat, dann sitzen die beiden zusammen an dem Tisch und plaudern ein wenig.

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Ich will ihn aber nicht weiter stören, da er ein Pferd beschlagen muss, das wartet schon darauf neue Hufeisen zu bekommen.

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Er hat schon die Kohlen in der Esse zum Glühen gebracht, so dass er bald loslegen kann.

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Aber ich muss ihn vorher noch schnell etwas fragen und daher werden wir unsere Führung durch Virginia City unterbrechen, aber es geht natürlich im nächsten Teil weiter.
"Wir leben nicht wie wir es wünschen, sondern wie wir können." BEN CARTWRIGHT in BONANZA

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Annie Cartwright
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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitragvon Annie Cartwright » So Jan 13, 2019 7:12 pm

REISEBERICHT TEIL 7

Wir gehen nun weiter die Main Street entlang und als nächstes kommen wir zur Praxis von unserem Doc George Reynolds. Er ist nicht nur als Allgemeinmediziner tätig, sondern auch als Dentist. Unser beliebter Doc Martin konnte auch dringend Unterstützung brauchen, denn seit dem Virginia City stetig wächst, gibt es auch mehr Kranke zu versorgen, und daher ist es eine Bereicherung für uns gewesen das sich Doc Reynolds vor einiger Zeit hier ebenfalls niedergelassen hat. Er war in Chicago tätig, zusammen mit seiner Frau Harriet, die als ehemalige Krankenschwester in seiner Praxis mit gearbeitet hat. Im Jahr 1849 wurde durch Einwanderer, die von Liverpool aus mit dem Schiff nach Amerika reisten, die Cholera eingeschleppt. Durch Goldsucher und Siedler, die entlang Kalifornien, Utah und Oregon in Trecks unterwegs waren, wurde die Seuche weiter verbreitet. 1854 gab es dann auch in Chicago eine Cholera-Epidemie, bei der es ungefähr 3.500 Tote gegeben hat, das waren 5,5% der Bevölkerung. Leider gehörten auch Harriet und ihr gemeinsamer Sohn Jimmie zu den Toten. Er und die kleine Tochter Juliana, die damals noch ein Baby war, überlebten. So musste der Doc die Kleine alleine aufziehen. Da ihm das Stadtleben der Tochter wegen nicht mehr gefallen hat, ist er dann nach Virginia City umgezogen. Für uns ein Glücksfall, denn er ist sehr kompetent und hat immer für seine Patienten ein offenes Ohr, genau wie Doc Martin.

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Damit er bei Notfällen schnell zu seinen Patienten eilen kann, steht meist neben der Praxis die Kutsche mit seinem Appaloosa Apollon bereit. Dieser ist ein Geschenk von Indianern, denen er einmal sehr geholfen hatte, als einige von ihnen schwer krank waren. Wer nun denkt, der Name Apollon kommt davon dass sein Pferd ein Appaloosa ist, der irrt. Apollon ist in der griechischen und in der römischen Mythologie der Gott des Lichts und der Heilung. Im Eid des Hippokrates, den die Ärzte ablegen, wird er zusammen mit Asklepios, dem Sohn von Apollon, genannt. Asklepios wird meist als bärtiger Mann, der sich auf einen Stab stützt, abgebildet. Dieser Stab wird umschlungen von einer Schlange (Natter), in die er sich einst verwandelt hatte um eine Seuche in Rom zu beenden. Der Stab, der Asklepiosstab genannt wird, wurde zum Symbol der Heilkunde.

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Doc Reynolds steht in der Tür zu seiner Praxis und lässt uns kurz eintreten, damit wir uns ein wenig umschauen können. Ein Patient, der Grandpa von Kenneth, den mal wieder sein Rheuma heftig plagt, sitzt auf der Behandlungsliege und hat sich eine Salbe verschreiben lassen. Mehr kann der Doc für ihn leider nicht tun, denn Rheuma kann nicht geheilt werden und durch die Salbe kann der Schmerz nur gelindert werden.

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Falls mal jemand auf den Doc warten muss, hat dieser über seiner Veranda ein kleines Dach anbringen lassen, damit bei schlechtem Wetter oder Regen ein wenig Schutz gegeben ist. Auch beim Doc steht in dem Praxisraum der hier im Westen übliche kleine Ofen mit einem Pott Kaffee.

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Nun geht es weiter zu unserer kleinen Kirche, der St. Mary`s Church, die 1862 erbaut wurde durch unseren Reverend, Father Patrick Manogue, einem gebürtigen Iren. Nach seiner Auswanderung hat er zunächst als Bergmann gearbeitet um seine Mutter und Brüder in Irland zu unterstützen und sich so auch das Geld für sein Studium zum Priester verdient. Er wurde am 21. Dezember 1861 im Alter von 30 Jahren zum Priester geweiht und dann zu uns nach Virginia City geschickt, weil es bei uns viele Bergleute gibt und so war sein Bischof der Meinung, dass er für unsere wachsende Gemeinde besonders geeignet ist. Der Reverend ist sehr beliebt, weil er immer allen Gemeindemitgliedern hilft, wenn diese in Not sind. Aber auch bei anderen übt er tätige Nächstenliebe, so, wie es sich für einen gläubigen Christen gehört, denn so steht es in den 10 Geboten, die als direkte Rede Gottes an das Volk formuliert wurden und seinen Willen für das Verhalten ihm und den Mitmenschen gegenüber zusammenfasst.

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Am Eingang der Kirche steht drinnen links die Madonnenstatue, denn die Kirche wurde nach der heiligen Maria benannt, die als Mutter von Jesus verehrt wird. Sie wird oft von Gläubigen um Hilfe gebeten, da sie durch ihre Fürbitten vor Gott helfen kann.

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Damit ihr die Madonnenfigur besser sehen könnt, habe ich sie mal kurz nach draußen stellen lassen. Normalerweise ist sie ja im Inneren der Kirche.

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Wir haben in der Kirche einen sehr schönen Tabernakelschrank, dessen Türe mit einer farbigen Glasmalerei versehen ist. Das Motiv darauf zeigt Jesus, wie er nach seiner Auferstehung in den Himmel aufsteigt und unter ihm sieht man einige seiner Jünger.

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Rechts von der Kirche gibt es einen kleinen Garten, dort steht ein Brunnen mit einem Engel. Dieser Brunnen wird bei gutem Wetter auch für die Taufe benutzt, so dass jetzt oft die neuen Erdenbürger erst dann getauft werden, wenn es das Wetter zulässt, weil es die Familien schöner finden wenn die Taufe im Garten stattfindet.

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Links neben der Kirche ist ein kleiner Fußweg, über den man zum Mietstall gelangen kann. Aber vorher kommen wir nach am Hause des Undertaker vorbei, der zusätzlich noch eine kleine Werkstatt als Schreiner und Tischler betreibt. Ethan Parker, so heißt er, hat so noch ein zweites Standbein, denn glücklicherweise sterben nicht ständig irgendwelche Mitbürger. Obwohl wir natürlich in einer rauhen und nicht ungefährlichen Zeit leben. Wie ich euch bereits an der City Hall zeigen konnte, fertigt er sehr schöne Fenster- und Türrahmen an. Seine feine künstlerische Art macht sich auch an seinem Ladenlokal bemerkbar, welches dem Anlass entsprechend aufgemacht ist. Nicht so, wie ich es in anderen Städten gesehen habe, wo es oftmals nur eine einfache Scheune war, in der der Undertaker seinem Geschäft nachgegangen ist.

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Die Arbeit des Undertaker besteht darin den Verstorbenen vom Sterbeort abzuholen, ihn zu waschen, zu balsamieren und ihn zu kleiden und danach aufzubahren, den Sarg anzufertigen, ein Grab zu schaufeln und es nach der Beerdigung wieder zu verschließen. Außerdem führt er ein Totenbuch und gibt, sofern vorhanden, den Totenschein weiter zum Archiv in der City Hall.

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Ethan reitet einen wunderschönen Rappen, der den Namen Hermes bekommen hat. Hermes ist in der griechischen Mythologie der Götterbote, der die Seelen der Verstorbenen in den Hades führt. Ich habe gehört, dass Ethan sich sehr mit der griechischen Mythologie beschäftigt, was für einen Handwerker eigentlich recht ungewöhnlich ist, doch irgendwie zu seiner künstlerischen Seele passt. Und so ist dann wohl auch das Pferd zu seinem Namen gekommen. Hermes steht meistens vor dem Haus und ist sozusagen ein Dienstpferd, denn wenn irgendwo was passiert, dann kann Ethan schnell mit ihm dorthin reiten und sich alles vor Ort erst einmal anschauen. Später kann er dann mit seiner schwarzen Kutsche den Verstorbenen abholen und ihn in seinen Räumlichkeiten aufbahren, damit die Angehörigen Abschied nehmen können.

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Direkt neben dem Haus des Undertaker befindet sich, etwas versteckt, die kleine Schneiderei von Lara Benson. Sie besteht noch nicht lange, denn Lara ist erst im Jahr 1860 zusammen mit ihrem Mann Jeremy und ihrer kleinen Tochter Amy nach Virginia City gezogen.

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Da Jeremy als Captain bei der US-Army tätig ist, wurde er in die Nähe von Carson City versetzt, um dort das Fort Churchill aufzubauen. Dieses sollte errichtet werden, als die Angst vor Angriffen durch Indianer auf dem Höhepunkt waren. Es wurde von ihren Grausamkeiten bei Williams Station, einem Vorposten am Carson Fluss berichtet, der sich 30 Meilen östlich von Carson City befindet, und es wurde ein sofortiger Schutz gefordert. Eigentlich hatte es damit angefangen, dass am 12. Mai 1860 drei weiße Männer zwei indianische Mädchen entführt und dort festgehalten haben. Natürlich wurden diese dann durch Krieger ihres Stammes befreit, die töteten die Männer und setzten die Station in Brand. Sofort entstanden Gerüchte, dass viel mehr Weiße getötet wurden, und daraufhin setzten sich hastig und planlos 105 Freiwillige in Bewegung um den Tod der Weißen zu rächen. So kam es dann zu einer Schlacht gegen die Paiutes, die zu Gunsten der Indianer entschieden wurde. Weitere Auseinandersetzungen folgten und die Army wurde mehrfach um Hilfe gebeten, so dass es dann zum Bau des Forts gekommen ist. Baubeginn war im Juli 1860, Fertigstellung 1861. Der Bau des Fort kostete Zehntausende von Dollar und es sollen von dort aus die Mail-Routen bewacht werden, u.a. die vom Pony-Express der ja leider aufgegeben werden musste, und der Schutz von Siedlern soll dadurch gewährleistet werden. Das Fort wurde zu Ehren von Sylvester Chill, dem Generalinspektor der US-Armee, Fort Churchill genannt. Es ist als permanente Installation in Form eines Quadrats gebaut und auf einem Fundament aus Stein errichtet, mit einem zentralen Exerzierplatz gegenüber. Seit Ausbruch des Bürgerkriegs im Jahr 1861 ist das Fort auch ein wichtiges Versorgungsdepot für den Nevada Militärbezirk und dienst als Basis für die Truppen um die Landwege zu patrouillieren.

Damit Amy ihren Vater regelmäßig sehen kann, sind Lara und sie nun hier. Lara wollte aber nicht tatenlos rumsitzen wenn ihr Mann Dienst tut, und da sie eine Lehre als Schneiderin gemacht hat, eröffnete sie ihr kleines Geschäft. Da sie sehr kreativ ist und ihre Kleider etwas Besonderes sind, da sie diese mit viel Phantasie und Geschick entwirft, wurde ihr kleiner Laden schnell zu einem Geheimtipp und auch ich habe schon einige sehr schöne Kleidungsstücke bei ihr anfertigen lassen. Sie hat auch mein Brautkleid geschneidert, und das war ein Traum in Creme mit blauen Stoffblüten, denn Blau ist meine Lieblingsfarbe. Auch für sich und ihre Tochter schneidert sie natürlich alle Kleider und ihre Kleider sind oftmals sehr exclusiv, so dass sie eigentlich gar nicht so Recht nach Virginia City passen, aber trotzdem gehören sie irgendwie zu ihr. Leider muss auch Amy immer in chicen Kleidern herum laufen und ich könnte mir vorstellen, dass dies für ein Kind auf Dauer nicht so angenehm ist. Jedes Kind möchte schließlich auch mal normal herumtollen und sich dreckig machen können. Amy ist ein sehr liebes, ruhiges Mädchen und jeder mag sie. Gerade kommen mir die Beiden mit Blumen auf dem Fußweg entgegen, denn Lara sorgt immer dafür dass die Kirche mit frischem Blumenschmuck dekoriert ist. Sie trägt Sonnenblumen auf dem Arm, das sind ihre Lieblingsblumen, und sie hat sich dafür ein kleines Feldstück gepachtet, auf denen sie diese anbaut. Inka und Azteken verehrten die Sonnenblume und auch heute hat sie für sie noch Symbolkraft. Mexico und Nordamerika gelten als die ersten Länder, in denen sie ursprünglich zu finden waren. In der Region des Mississippis und in Mexico-Stadt sollen bereits von 2500 v.Chr. Sonnenblumen angebaut worden sein, was durch archäologische Befunde angedeutet wurde. Die Liebe zu Blumen spiegelt sich wohl deshalb auch im Übermantel von Lara wieder, welcher mit hübschen Blüten verziert ist. Hier sieht man dann auch gleich wieder das Lara in ihren Kleidungsstücken modische Akzente setzt, die sonst kaum jemand so kreieren würde.

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Es gibt erst mal eine herzliche Begrüßung, dann muss ich aber weiter zum Livery Stable wegen meiner Mietkutsche, denn es wird langsam Zeit das ich mich auf den Weg zur Ponderosa mache, denn die ist noch mehr als 30 km von hier entfernt und daher dauert es natürlich entsprechend lange, bis ich dort ankomme, zumal ich nicht auf direktem Weg dorthin fahren werde, denn ich möchte euch noch einige besonders schöne Stellen auf dem Gebiet der Ponderosa zeigen. Daher müssen wir einen großen Umweg machen, denn dann kommen wir nämlich an einem kleinen See vorbei, an dem eine Herde Mutterstuten mit ihren Fohlen auf der Weide stehen. Von dort ist es dann nicht mehr weit bis man den Lake Tahoe sehen kann, denn unsere westliche Grenze geht bis zum Ufer dieses einmalig schönen Sees in einer ebenso schönen Landschaft. Durch die beiden Seen ist die Wasserversorgung der Ponderosa auch in trockenen Jahren gesichert. Das ist sehr wichtig, denn die großen Viehherden benötigen reichlich Wasser. Kleine Farmer haben oft leider in Dürrejahren große Probleme und verlieren dann oft ihre Tiere oder müssen diese unter Preis verkaufen, damit sie nicht verdursten.

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Hier ist der kleine Nebeneingang vom Mietstall, der über den Fußweg erreicht werden kann. Es gibt noch einen Haupteingang nach hinten, von hier geht eine Straße raus, die parallel zur Main Street verläuft, und hier fahren wir dann mit den Kutschen los oder reiten mit dem Mietpferd weiter. Auch die Mietkutschen sind hier untergebracht und es gibt eine kleine Werkstatt, in der Kutschen neu gebaut oder repariert werden. Und am Ende des Gebäudes ist eine Koppel, auf der sich die Pferde ausruhen können. Inhaber des Mietstalls ist der alte Jonathan Brown, der das Geschäft zusammen mit seinem Sohn Joshua, kurz Josh genannt, betreibt.

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Die beiden sind ehrliche Menschen, behandeln ihre Pferde gut und so bekommt man dann auch immer ein vernünftiges Tier ausgeliehen. Egal ob Reitpferd oder Kutschpferd, man kann darauf vertrauen damit sicher ans Ziel zu kommen. Na ja, ist eigentlich auch kein Wunder, denn sie kaufen ihre Pferde immer bei uns auf der Ponderosa und wir sind für unsere gute Pferde- und Viehzucht bekannt. Auch die Army kauft ihre Kavalleriepferde häufig bei uns. Ich begrüße erst mal die Beiden und frage nach einem Einspänner, mit dem ich dann zur Ponderosa fahren kann. Josh macht sich sofort auf um ein Pferd anzuspannen und will dann auch schon meinen Koffer holen, der noch an der Haltestelle der Postkutsche steht. Er will sich dann mit mir direkt in der Main Street treffen und ich kann noch ein wenig mit Jonathan plaudern. Dieser erzählt mir, dass der von uns bestellte Zweispänner fertig geworden ist und meine Männer diesen vor einer knappen Stunde abgeholt haben. Schade, da habe ich sie leider verpasst. Bin schon mächtig gespannt, wie der Zweispänner wohl aussehen wird, denn Jonathan sagt mir, der wäre ein richtiges Prachtstück geworden.

Ich verabschiede mich von Jonathan, damit ich mich mit Josh auf der Main Street treffen kann und mein Herz macht schon Freudensprünge, weil ich bald wieder zu Hause bei meiner Familie bin. Auch auf meine Ausritte mit Blizzard und Ben und Buck freue ich mich sehr.

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So, nun werde ich mich in den Einspänner setzen und losfahren. Und was es unterwegs zu sehen gibt, das zeige ich euch dann im nächsten Teil meines Reiseberichtes. Bis dann!
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Annie Cartwright
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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitragvon Annie Cartwright » So Jan 13, 2019 9:22 pm

REISEBERICHT TEIL 8

Jetzt geht es endlich Richtung Heimat, ich gebe der Stute einen liebevollen Klaps auf den Po und sie trabt los. Wir verlassen Virginia City und ich genieße erst mal wieder die schöne, abwechslungsreiche Landschaft von Nevada und freue mich darüber, dass ich hier leben kann. Nevada hat viele Gesichter, es gibt die Prärie, Weiden, Wälder, Berge, Täler und Seen, aber auch Wüste.

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Da, schaut mal, eine Herde Mustangs. Da es im Moment nicht trocken ist, haben sie ideale Bedingungen, denn die Weiden sind schön grün und es gibt genug Gras zu fressen und auch reichlich Wasser. Wir haben mehrere Herden auf dem Gebiet der Ponderosa, denn sie hat ungefähr 1.000 Quadratmeilen, und ich finde es schön wenn sie in Freiheit über die Prärie galoppieren können.

(Anmerkung: 1.000 Quadratmeilen entsprechen 2.590 Quadratkilometern. Zum Vergleich, das Saarland hat rund 2.569 Quadratkilometer).

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Wir fahren weiter, kommen nun in etwas höher gelegenes Gelände mit Wald, in dem sehr viele Gelbkiefern (ponderosa pines) wachsen und sehen im Hintergrund die Berge.

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Nun kommen wir zu der Wiese am Waldsee, auf der sich ein Teil unserer Zuchtstuten mit Fohlen befinden. Und dort, am Ufer des Sees, hat ein Biberpärchen seinen Bau errichtet.

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Ein Biberbau besteht aus einem Wohnbau und einem Biberdamm und wird ins ufernahe Erdreich gegraben oder aus herbeigeschlepptem Baumaterial errichtet, wie z.B. Ästen, Zweigen, Steine oder Schlamm. Auch Bäume bis zu einem Stammdurchmesser von 80 cm können dafür gefällt werden. In einem Biberrevier befinden sich in der Regel zwei bis vier Wohnbaue in unterschiedlichster Form. Der Eingang ist immer unter dem Wasserspiegel, der Wohnbereich selbst ist jedoch über dem Wasser und kann einen Durchmesser bis zu 120 cm und eine Höhe bis zu 60 cm erreichen. Wenn die Uferböschung steil genug ist, dann gräbt der Biber sich die Höhle hinein und vernetzt sie mit anderen Biberröhren, wie Fressröhren, Spielröhren oder Fluchtröhren. Ist der Wohnbau in einem Bauwerk, das vollständig von Wasser umgeben ist, dann spricht man von einer Biberburg. Sollte so ein Bau mal austrocknen, dann wird er verlassen weil sonst Feinde dort eindringen können. Biber sind dafür bekannt das sie Bäche aufstauen oder sogar künstliche Teiche anlegen können und so Dammbauten errichten. Dadurch gewährleisten sie einen Wasserstand von ca. 60 cm über dem Eingang zum Wohnbau, was Feinde abhalten kann. Biberdämme in fließenden Gewässern sind bei starken Regenfällen der Gefahr ausgesetzt fortgerissen zu werden. Biber können jedoch ihren Damm öffnen, damit das Hochwasser schneller ablaufen kann und so schützen sie ihren Damm.

Biber sind Säugetiere und gehören zur Ordnung der Nagetiere. Unser Nordamerikanischer Biber erreicht einschließlich Schwanz eine Gesamtlänge von 90 bis 120 cm, wird zwischen 17 und 32 kg schwer und erreicht ein Alter von 12 bis 12 Jahren. Der Europäische Biber ist kleiner und leichter. Die Geschlechter sind äußerlich schwer zu unterscheiden. Das meist braune Fell des Bibers ist sehr dicht und schützt vor Auskühlung und Nässe. Das Fell hat 23.000 Haare pro Quadratzentimeter, der Mensch dagegen nur 600. Der Pelz wird vom Biber regelmäßig gereinigt und gepflegt und mit einem fetthaltigen Sekret versehen. Der Schwanz ist unbehaart, abgeplattet und mit einer lederartigen Haut bedeckt und wird Kelle genannt. Der Biber hat Schwimmhäute und somit ist er perfekt an das Leben im Wasser angepasst. Die Kelle dient als Steuer beim Abtauchen und zur Regulation der Temperatur und auch als Fettdepot. Beim Tauchen kann er Ohren und Nase verschließen und so bis zu 20 Minuten unter Wasser bleiben.

Biber leben monogam. Ihr Revier umfasst ein bis drei Kilometer Fließgewässerstrecke und ist abhängig von der Qualität des Biotops. In diesem Revier lebt eine Biberfamilie, bestehend aus dem Elternpaar und bis zu zwei Generationen von Jungtieren. Die Reviergrenzen werden markiert mit einem öligen Sekret aus einer Drüse im Afterbereich, dem sogenannten Bibergeil. Dieses Sekret wird auch für die Fellpflege verwendet. Ihr Revier wird gegen Eindringlinge verteidigt. Die Altbiber leben mit bis zu vier Jungen, und manchmal noch mit Jungtieren aus dem Vorjahr, in der Biberburg. Die Paarung findet im Winter statt (Januar bis Februar). Die Jungen werden im Mai geboren und sind bei der Geburt bereits sehend und behaart. Zu diesem Zeitpunkt müssen die vorjährigen Jungen den Bau verlassen haben. Sie sind zunächst noch wasserscheu, aber schnell an das Leben im Wasser gewöhnt, denn die Mutter wirft sie einfach ins Wasser. Die Biberbabys werden meist zwei Monate lang von der Mutter gesäugt. Nach etwa drei Jahren sind sie geschlechtsreif und werden dann von den Eltern aus dem Revier vertrieben. Sie wandern zwischen 25 km und 100 km weiter, suchen sich einen Partner und gründen nun selbst ein Revier.

Biber sind reine Pflanzenfresser und bevorzugen Kräuter, Wasserpflanzen, Sträucher und Laubbäume wie Espen, Erlen und Pappeln. Von den Bäumen, die er für seine Bauten gefällt hat, verzehrt er die Zweige, Blätter und die Astrinde. Er frisst aber auch Schilf und Gräser. Sie sind nachtaktiv und auch in der Dämmerung schon unterwegs. Zum Abholzen der Baumstämme verwendet er eine Art „Sanduhrtechnik“, d.h. er benagt das Holz in Form einer Sanduhr bis der Baum fällt und kann so in einer Nacht einen bis zu 50 cm dicken Baum fällen. Biber halten keinen Winterschlaf, sondern sind auch im Winter an Land und im Wasser aktiv. Sie suchen nach Nahrung, legen sich aber im Herbst einen zusätzlichen Vorrat an, bestehend aus Zweigen und Ästen, und lagern diesen direkt vor dem Eingang ihrer Burg. Ist die Wasseroberfläche dann mit dickem Eis bedeckt und sie können ihre Burg nicht verlassen, dann können sie tauchend ihre Lagervorräte erreichen und die Rinde als Nahrung verwerten.

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Etwas weiter hat sich eine Gruppe Waschbären angesiedelt. Sie sieht irgendwie drollig aus und diese hier besteht aus zwei Waschbär-Weibchen und drei Jungtieren. Wir haben Glück sie zu sehen, denn normalerweise sind sie dämmerungs- und nachtaktiv, und daher kann man sie kaum zu Gesicht bekommen.

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Waschbären gehören zur Familie der Kleinbären und sind mit einer Körperlänge zwischen 41 und 71 Zentimeter und einem Gewicht zwischen 3,6 kg und 9,0 kg die größten Vertreter der Familie der Kleinbären. Sie sind Allesfresser und ernähren sich von pflanzlicher Kost, aber auch von Weichtieren und von Wirbeltieren. Hierbei sind Fische und Amphibien wie Frösche, Kröten und Salamander die häufigsten Beutetiere. Während sie im Frühjahr vorwiegend Insekten, Käfer und Würmer bevorzugen, fressen sie im Herbst lieber kalorienhaltige pflanzliche Kost wie Obst und Nüsse, um sich genügend Speck für den Winter anzufressen.

Sie haben ein langes und wasserabweisendes Oberfell und das dichte Unterfell, das fast 90 Prozent der Gesamtzahl an Haaren ausmacht, schützt sie vor Kälte und besteht aus 2 bis 3 Zentimeter langen Haaren. Waschbären, die allgemein als Sohlengänger eingestuft werden, können sich auf ihre Hinterbeine stellen und mit ihren Vorderpfoten verschiedene Objekte untersuchen. Weil sie im Verhältnis zu ihrem Rumpf nur kurze Beine haben, sind sie nicht in der Lage schnell zu rennen oder weit zu springen. Um von einem Baum mit dem Kopf voraus hinunter zu klettern verdrehen Waschbären ihre Hinterpfoten bis diese nach hinten zeigen. Das ist für ein Säugetier dieser Größe eine ungewöhnliche Fähigkeit. Waschbären können schwimmen mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 4,8 Kilometern pro Stunde und auch mehrere Stunden im Wasser ausharren. Zur Regulation ihrer Körperwärme können sie sowohl schwitzen als auch hecheln. Sie können sich über bestimmte Laute verständigen, es gibt davon 13 verschiedene, davon werden 7 Laute zwischen Mutter und Jungtieren verwendet. Darunter gibt es auch ein vogelhaftes Zwitschern von Neugeborenen. Waschbären haben ein geschlechtsspezifisches Sozialverhalten. Miteinander verwandte Weibchen, Fähen genannt, teilen sich oft ein gemeinsames Streifgebiet und treffen sich gelegentlich an gemeinsam genutzten Futterstellen oder Schlafplätzen. Nicht verwandte Rüden, also die Männchen, leben in kleinen Gruppen von bis zu vier Tieren zusammen. So können sie sich während der Paarungszeit besser gegen fremde Rüden verteidigen. Da männliche Tiere oft nicht mit ihnen verwandten Jungtieren gegenüber sehr agressiv sein können, gehen die Muttertiere mit ihrem Nachwuchs diesen aus dem Weg, bis die Jungtiere sich selbst verteidigen können. Bei ausreichendem Nahrungsangebot können sich die Gebiete auch mal überschneiden, ohne dass es dabei zu Streitigkeiten kommt. Informationen über ergiebige Futterstellen oder geschützte Schlafplätze werden an Treffpunkten hinterlassen oder auch in Form von Duftmarken als Nachricht weitergegeben. Waschbären treffen sich auch zum gemeinsamen Fressen, Schlafen und Spielen.

Damit die Aufzucht der Welpen nicht mit dem Beginn des Winters zusammen fällt, paaren sich Waschbären meist im Februar. Während der Paarungszeit umwerben die Männchen die an einigen Sammelplätzen zusammen kommenden Weibchen, deren drei- bis viertägige Empfangsperiode zeitlich zusammen fallen. Die Paarung erstreckt sich über mehrere Nächte und meist lassen sich die Weibchen nur von einem Partner begatten. Nach der Paarung leben die Weibchen wieder alleine und nach einer Tragzeit von ungefähr 65 Tagen bringen sie dann im Frühling im Schnitt drei Junge zur Welt. Die Welpen sind bei der Geburt blind und mit einem gelblichen Flaum bedeckt, sie sind so um die zehn Zentimeter groß und wiegen zwischen 65 und 75 Gramm. Während des ersten Lebensmonats nehmen sie keine feste Nahrung zu sich, sondern sie werden ausschließlich von der Mutter gesäugt. Nach zwei bis drei Wochen öffnen sie erstmals die Augen und im Alter von sechs bis neun Wochen wiegen sie dann ungefähr ein Kilogramm und verlassen erstmals die Wurfhöhle. Sie werden auch dann noch für ein bis zwei Monate gesäugt, allerdings mit nachlassender Intensität. Im Herbst trennen sie sich so langsam von der Mutter. Während die Weibchen schon vor dem Beginn der nächsten Paarungszeit die Geschlechtsreife erreichen, ist das bei den Männchen nur bei einigen Tieren schon der Fall. Viele weibliche Nachkommen bleiben zeitlebens in der Nähe ihrer Mutter, während sich die jungen Männchen instinktiv ein neues, weiter entferntes Lebensgebiet suchen. Dies ist wichtig zur Vermeidung von Inzucht.

Waschbären werden bis zu 16 Jahre alt, erreichen aber oftmals dieses Alter nicht. Sie können in sehr kalten Wintermonaten verhungern oder aber der Staupe zum Opfer fallen. Nahrungsmittel und andere Gegenstände werden mit ihren Vorderpfoten sorgfältig abgetastet und unerwünschte Teile davon entfernt. Der wichtigste Sinn für diese Tiere ist somit der Tastsinn. Die sehr sensiblen Vorderpfoten sind zu ihrem Schutz mit einer dünnen Hornschicht umgeben, die unter Wasser aufweicht. Ungewöhnlich für ein Raubtier sind zudem die fünf freistehenden Finger, wobei die Beweglichkeit aber nicht mit den Händen von Primaten vergleichbar ist, da sie ihren Daumen nicht in eine andere Richtung drehen können. Der Name Waschbär geht auf ein Wort in der Sprache der amerikanischen Ureinwohner, der Algonkin zurück, welches so viel wie „der mit seinen Händen reibt, schrubbt und kratzt“ bedeutet. Denn Waschbären waschen ihre Nahrung nicht, sie tasten sie lediglich ab.

Zum Abschied noch mal ein Bild der Kleinen beim Spielen, sie sind echt niedlich.

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Nun geht es aber endlich weiter und wir kommen zur Stutenwiese am Waldsee. Wir haben hier im Moment 24 Stuten, überwiegend Quarter Horse, weil diese Rasse fürs Cutting besonders geeignet ist und deshalb eine große Nachfrage danach besteht. Mit ihren Fohlen sind sie immer ein erfreulicher Anblick, den ich gerne genieße. Vor allem wenn die Fohlen zusammen herum tollen, dann könnte ich ihnen stundenlang dabei zuschauen. Pferde sind so wunderbare Tiere und ich mag sie sehr. Es ist so spannend zu sehen, wie die Fohlen sich täglich verändern, heranwachsen und ihren eigenen Charakter entwickeln. Deshalb versuche ich auch so oft wie möglich hierher zu kommen und mir die Rasselbande anzuschauen.

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Einer unserer Cowboys schaut regelmäßig nach, ob alles in Ordnung ist. Im Moment hat Luke diese Aufgabe übernommen und er treibt gerade die Stuten zusammen, so dass wir leider keine spielenden Fohlen beobachten können. Aber auch so ist es ein schönes Bild die Pferdemütter mit ihrem Nachwuchs zu sehen.

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Vor ein paar Jahren wurde auf der Waldwiese eine kleine, aber gemütliche Hütte gebaut, damit während der Zeit, in der die Stuten ihre Fohlen zur Welt bringen, jemand da ist und aufpassen kann.

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Irgendwann ist dann eine Bekannte von uns dort eingezogen, eine Halbindianerin deren Mutter eine Sioux war, genauer gesagt eine Lakota. Sie heißt Sinela, was übersetzt aus der Sioux-Sprache Schwalbe bedeutet, und sie lebt nun schon seit einiger Zeit mit ihren drei Hunden in der Hütte und ist so immer zur Stelle, wenn was mit den Stuten und den Fohlen ist. Für uns ist es so eine gute Lösung, denn sie kennt sich mit Pferdepflege und Erster Hilfe sehr gut aus und kann auch beim Abfohlen helfen, wenn es nötig ist, und sie wollte gerne in der freien Natur leben und hat sich gefreut, dass sie nun in der Hütte leben kann. Also profitieren beide Seiten von dieser Vereinbarung. Sinela hat sich die Hütte recht gemütlich eingerichtet und versorgt sich überwiegend mit selbst angebautem Gemüse, denn Fleisch lehnt sie ab, da sie keine Tiere essen möchte. Neben der Hütte ist eine kleine Koppel, da steht ihre Quarter Horse Stute Brownie, mit der sie dann ab und an nach Virginia City reitet, wenn sie etwas benötigt. Oder sie besucht mich auf der Ponderosa. Es gibt ja immer einen Grund für eine nette Plauderei und ich finde es ganz gut, dass ich außer meinen Männern auch mal eine Frau zum Reden habe, denn Sinela und ich verstehen uns recht gut. Wir lieben beide die Natur und die Tiere und mögen es absolut nicht leiden, wenn Tiere gequält oder ausgebeutet werden.

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Die Hütte ist zwar klein, aber recht gemütlich eingerichtet, und es ist alles vorhanden was man so zum Leben braucht.

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(Da die Hütte kein abnehmbares Dach hat, musste ich das Innenleben außerhalb fotografieren)

Sinela steht vor der Hütte. Scheinbar ist heute ihr Waschtag, denn sie hat einen Waschzuber vor sich stehen und bearbeitet einige Wäschestücke. Dabei hasst sie es, Wäsche zu waschen. Aber da sie ein ordentlicher Mensch ist, muss das wohl ab und an mal sein.

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Wir haben uns seit einigen Wochen nicht mehr gesehen und so müssen wir uns jetzt erst mal begrüßen und uns ein wenig unterhalten. Leider habe ich nicht so viel Zeit, weil ich noch im Hellen auf der Ponderosa sein möchte und es bis dahin doch noch ein Stück Weg ist. Aber ich werde in den nächsten Tagen ja sowieso wieder kommen, damit ich mir die Fohlen genauer anschauen kann. Daher sage ich ihr jetzt erst Mal „Adios“ und gehe zu meinem Einspänner um Richtung Ponderosa zu fahren. Also dann, bis später!
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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitragvon Annie Cartwright » Mi Jan 16, 2019 11:43 pm

REISEBERICHT TEIL 9

Bevor ich jetzt losfahre, will mir Sinela noch schnell ihre neuen tierischen Nachbarn zeigen, das sind zwei Chipmunks (Streifenhörnchen) die es sich in der Nähe ihrer Hütte gemütlich gemacht haben und zwischendurch auch mal auf dem Hüttendach herum toben.

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Auch vor Sinela und ihren Hunden haben sie keine Angst und laufen ihnen direkt vor der Nase herum.

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Streifenhörnchen sind Nagetiere der Gattung Hörnchen. Es gibt 25 Arten, die meisten sind in Nordamerika heimisch. Je nach Art wiegen sie 30 bis 120 Gramm, haben eine Kopfrumpflänge von 5 bis 15 cm und eine Schwanzlänge von 7 bis 12 cm. Kennzeichen aller Arten ist die Streifung. Sie leben überwiegend in Wäldern und konstruieren ausgedehnte Tunnelsysteme, die 3,50 m lang sein können und deren Eingänge versteckt sind. Ihren Schlafbereich halten sie penibel sauber, Schalen, Futterreste und Exkremente werden in Abfalltunneln gelagert. Sie können gut klettern, bleiben aber die meiste Zeit am Boden, sind tagaktiv und ernähren sich von Nüssen, Samen, Früchten und Insekten.

Als Einzelgänger verteidigen Streifenhörnchen den Bereich um ihren Bau gegen Artgenossen, die versuchen dort einzudringen. Nur zur Paarung finden sich Männchen und Weibchen kurz zusammen. Nach einer Tragzeit von dreißig Tagen werden vier bis fünf Jungtiere geboren. Noch im ersten Lebensjahr werden sie geschlechtsreif. Das ist wohl auch so erforderlich, damit sie nicht aussterben, denn sie werden meist nicht älter als drei Jahre.

Nachdem ich mir die possierlichen Tierchen angeschaut habe, geht es jetzt weiter Richtung Lake Tahoe. Die Landschaft dort ist besonders schön und ich liebe den Blick auf den See. Wenn es zeitlich möglich ist und das Wetter es erlaubt, machen Ben, die Jungs und ich hier gerne mal ein Picknick. Leider haben wir jetzt nicht so viel Zeit das ich euch alles am Lake Tahoe zeigen kann, wir können nur von oben auf den herrlich tiefblauen See herunter schauen, der manchmal fast türkis aussieht. Aber auch so bekommt ihr schon einen guten Eindruck und werdet verstehen, warum dieser Teil der Ponderosa zu meinen Lieblingsplätzen zählt.

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Der Lake Tahoe ist ein See und etwa 497 Quadratkilometer groß. Er befindet sich auf der Grenze der US-Bundesstaaten Nevada und Kalifornien. Bis voriges Jahr (1862) wurde er noch Lake Bigler genannt, zu Ehren des dritten Gouverneurs von Kalifornien, John Bigler. Dann erhielt er den Namen Tahoe, nach dem indianischen Wort „Washoe“, was See bedeutet. Er befindet sich westlich der 3317 m hohen Carson Range, eines östlichen Teils der Sierra Nevada und ist mit 501 Metern der zweittiefste und aufgrund der Höhenlage des Wasserspiegels von 1.899,5 m auch einer der höchstgelegenen Seen der USA. Er hat eine Durchschnittstiefe von 301 m und wird von 63 kleinen Bach- und Flussläufen gespeist. So, nun aber genug Informationen zum Lake Tahoe.

Denn gleich kann ich euch noch was ganz Besonderes zeigen, nämlich den Adlerhorst von einem Paar Weißkopfseeadlern mit ihren zwei Jungen. Seeadlerpaare leben in einer Dauerehe zusammen. Da sie ihr Revier heftig verteidigen, werden ausgewachsene Fremdadler angegriffen und vertrieben.

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Der Weißkopfseeadler ist das Wappentier der USA und daher auf dem Staatssiegel zu sehen. Da sie sich von Fischen ernähren, findet man sie nur an großen Flüssen, Seen oder an der Küste. Und da der Lake Tahoe sehr groß ist und sie so genug Nahrung finden, haben sie sich zu unserer Freude hier angesiedelt. Sie sind nach dem Kalifornischen Kondor die größten Greifvögel Nordamerikas. Ihre Körperlänge beträgt zwischen 70 und 90 cm, ihre Flügelspannweite zwischen 1,80 m und 2,50 m und ihr Gewicht 2,5 bis 6,3 kg. Ihr Nest, Horst genannt, baut er auf alten Bäumen oder in Felswänden aus dicken Ästen, die Mulde wird mit Moos und Gras schön ausgepolstert. Ein alter Horst kann so bis zu 450 kg schwer werden. Das Gelege umfasst bis zu drei Eiern und diese werden zwischen 33 und 36 Tagen bebrütet. Die Jungadler sind nach zehn bis elf Wochen flügge. Ihre sexuelle Reife erreichen sie im Durchschnitt in einem Alter von fünf oder sechs Jahren, gelegentlich aber auch schon mal etwas früher. Von den Nestlingen überleben meist nur 50% das erste Lebensjahr. Zu der hohen Sterblichkeitsrate tragen einige Faktoren bei, wie z.B. der Zusammenbruch des Nestes, Verhungern, ungünstige Wetterbedingungen und Tod durch Freßfeinde wie Möwen, andere Greifvögel, Raben, Krähen und Elstern. Erwachsene Weißkopfseeadler können bis zu 20 Jahre alt werden, das hängt von der Verfügbarkeit ausreichender Nahrung ab. Sie ernähren sich überwiegend von Fischen und Wasservögeln, manchmal auch von kleineren Säugetieren. Aber auch Aas wird nicht verschmäht. Sie nutzen zur Nahrungssuche an Gewässern störungsarme Sitzplätze auf, von denen aus sie stundenlang darauf warten Beute zu machen. Die einfachste Methode ist für sie das absammeln halbtoter oder toter Fische von der Wasseroberfläche, die sie genau wie lebende Fische in einem Niedrigflug über das Wasser aus dem Gewässer greifen. Große Fische mit einem Gewicht über 2 kg werden in Ufernähe aus dem Wasser gegriffen und festgehalten. Dabei kann der Adler in tieferem Wasser einige Minuten mit ausgebreiteten Flügeln auf dem Wasser liegen. Hat der Fisch sich dann müde gekämpft, schwimmt der Adler mit seiner Beute an Land. Sie nutzen jede günstige Gelegenheit sich verletzte oder kranke Vögel zu schnappen, da sie so einfach Beute machen können. Sie versuchen also mit möglichst wenig Aufwand Nahrung zu bekommen und wirken daher oft plump oder träge. Geschwindigkeit und Wendigkeit dieser Vögel werden oft unterschätzt, denn sie können im normalen Schlagflug rund 60 Stundenkilometer erreichen und so im freien Luftraum Gänse erbeuten. Es ist schon ein tolles Bild, wenn so ein ausgewachsener Seeadler mit ausgebreiteten Schwingen durch die Luft gleitet, richtig majestätisch sieht er mit seinem weißen Kopf, dem gelben Schnabel und den gelben Augen aus. Hier sehen wir ein Elterntier mit einem Ast für den Nestbau, einfach herrlich dieser Anblick!

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Nachdem ich euch nun alles Interessante über Nevada und die hier lebenden Wildtiere erzählt habe, werde ich nun meine Kutsche in Richtung der Ranchgebäude der Ponderosa lenken. Endlich werde ich dann wieder nach Hause kommen und meine Lieben wieder sehen. Ich freue mich schon sehr darauf und habe es jetzt recht eilig. Das lasse ich auch die kleine Stute vor meiner Kutsche wissen und gebe ihr zu verstehen, dass sie schneller laufen soll. Nun biegen wir schon auf dem Weg ein, der zur Ponderosa führt. Links und rechts zu sehen sind die Gelbpinien, nach denen unsere Ranch benannt wurde. Und mein Herz macht Freudensprünge, weil wir bald da sind.

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Bevor wir an den Gebäuden der Ranch ankommen, möchte ich euch aber noch einiges über unsere Ponderosa-Pinien erzählen.
Die Ponderosa-Kiefer, auch Gelb- oder Goldkiefer genannt, ist ein winterharter, stattlicher immergrüner Baum, der im Durchschnitt 30 bis 40 Meter hoch wird. Es gab aber auch schon mal Exemplare, die eine Höhe von 70 Metern erreicht haben. Die Artbezeichnung „Ponderosa“ ist auf das lateinische Wort „ponderosus“, was schwer bedeutet, zurückzuführen. Sie ist heimisch in Nord-Amerika und in den Rocky Mountains und für uns ein wichtiger Holzlieferant. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung bis nach Mexiko, und in östlicher Richtung bis nach Montana, North Dakota, Nebraska, Colorado und Texas. Sie bildet eine kegelförmige Krone aus, und auch alte Bäume behalten diese Krone mit ihrer schlanken, spitzen Form. Sie hat eine stark gefurchte Borke mit gelblichen, rosa oder rötlich-braunen Platten. Die Knospen sind rotbraun, und sie hat dunkelgrüne Nadeln die zu Dritt in Kurztrieben stehen, und etwa 18 bis 22 Zentimeter lang sind. Durch ihre bis zu 5 cm dicke Rinde ist sie besonders gut an leichte Waldbrände angepasst, wodurch wir weniger Bäume verlieren, falls es tatsächlich mal brennt. Da wir außerdem für jede gefällte Kiefer auf der Ponderosa eine neue pflanzen, bleibt uns unser Baumbestand erhalten und das ist auch gut so für die Natur und die Umwelt. Gelbkiefern besitzen einen geringen Anteil an rotbraunem Kernholz und einen außergewöhnlich breiten honiggelben Splintholzbereich und haben eine gerade und gleichmäßige Maserung. Das ermöglicht die Anfertigung von glatten und klaren Oberflächen, so dass die Gelbkiefer gerne dort genommen wird, wo die Optik wichtiger ist als die Festigkeit. Aber auch für Bauvorhaben, Brücken, Gleisbau wird sie eingesetzt.

Die Indianer essen die Samen und die innere Rinde und gewinnen Pech aus dem Harz, mit dem sie dann Mokassins und andere Gegenstände wasserdicht machen. Mit Bärenfett gemischt benutzen sie es auch als Salbe gegen Entzündungen und zur Linderung von Schmerzen. Aus den Kiefernadeln werden von ihnen ätherische Öle gewonnen, die zur Behandlung von Erkrankungen der Atemwege und rheumatischen Beschwerden verwendet werden. Aus den Stämmen bauen sie auch Einbaum-Kanus.

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Nun erreichen wir endlich unsere Ranch und ich bin darüber sehr froh. Unser Koch Hop Sing war wohl Lebensmittel einkaufen und hat die Kutsche damit auf dem Weg stehen lassen, und blockiert so erst mal die Zufahrt. Vor der Kutsche ist noch sein Pferd Konfuzius angespannt, das geduldig auf ihn wartet. Den Namen habe ich dem Pferd verpasst, da fast jeder dritte Satz von Hop Sing damit beginnt „Konfuzius sagt“. Sein Lieblingsspruch ist: „Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir Ärger erspart bleiben.“ Hop Sing war davon nicht so begeistert und daher haben wir einen Kompromiss geschlossen, und das Pferd wird jetzt Fuzzi genannt.

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Ich werde erst mal meinen Einspänner hier anhalten und der braven Stute etwas Wasser geben. Und sie wird sich sicher darüber freuen, denn sie hatte ja viel zu laufen bis hier her. Nachher zeige ich euch dann die Gebäude der Ponderosa und einige unserer Pferde.

Also dann, bis gleich!
Zuletzt geändert von Annie Cartwright am Sa Jan 19, 2019 10:35 pm, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitragvon Annie Cartwright » Sa Jan 19, 2019 5:49 pm

REISEBERICHT TEIL 10

Direkt neben dem Pferdestall haben wir zwei Paddocks. Zum einen können hier zwischendurch die Pferde, die sonst im Stall sind, sich ein wenig an der frischen Luft bewegen, und zum anderen werden hier unsere Pferde zugeritten. Auch die beiden Mutterstuten mit ihren Fohlen, die hier im Stall sind, können so zwischendurch ein wenig Frischluft tanken und die Fohlen haben mehr Platz zum austoben.

Auf der Ponderosa ist es uns wichtig, dass das Zureiten sehr ruhig und ohne Gewalt geschieht. Nur Pferde, die dem Menschen vertrauen, werden später aus Loyalität gehorchen und nicht aus Angst. Das ist für die Zusammenarbeit zwischen Pferd und Reiter die Grundlage, und nur so können die Pferde auch weiter ausgebildet werden, z.B. für den Viehtrieb, wo sie sofort auf jeden Schenkeldruck ihres Reiters entsprechend reagieren müssen.

Im Moment sind einige Pferde im Paddock und unsere Cowboys Scott und Wesley sind dabei sie zuzureiten. Beide sind schon einige Jahre auf der Ponderosa und wohnen auch hier im Bunkhouse. Sie sind sehr erfahren und behandeln die Pferde anständig und genau so, wie es von uns gewünscht ist.

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Wesley

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Scott

Ich sehe noch einen schwarz-weißen Pinto, der schon vor meiner Abreise nach San Francisco im Paddock gestanden hat. Little Joe hatte darüber nachgedacht ihn als Zweitpferd für sich zu behalten, weil er ihm so gut gefällt. Scheinbar ist nun seine Entscheidung gefallen und der Pinto bleibt auf der Ponderosa. Er hat auch schon einen Namen von ihm bekommen und wird Geronimo heißen.

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Wenn viel zu tun ist, dann holen wir uns noch Hilfe durch Hank und Frank. Das sind Zwillingsbrüder und eingefleischte Junggesellen, die in der Nähe von Carson City eine kleine Farm haben, die sie mehr recht als schlecht ernährt. Bei Bedarf holen wir sie immer auf die Ponderosa, und dadurch haben sie dann ein kleines Zubrot. Es ist schwer die Beiden auseinander zu halten, dafür sehen sie sich einfach zu ähnlich.

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Hank

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Frank

Vor dem Paddock sehe ich Tim, den dreizehnjährigen Bruder von Wesley. Er will gerade unser Bullenkalb Albert füttern und ist mit der Milchkanne unterwegs um das Fläschen zu holen und mit Milch zu füllen. Und Albert weiß das natürlich ganz genau und läuft sofort hinter Tim her.

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Tim lebt mit seinen Eltern in einer kleinen Hütte außerhalb von Virginia City. Sein Vater verdingt sich als Tagelöhner und seine Mutter arbeitet bei Lara in der Schneiderei, denn sie kann recht gut nähen, und so kann sie auch etwas zum Lebensunterhalt beitragen. Tims größter Wunsch ist es, später mal eine Ranch zu haben und Rinder zu züchten. Daher besucht er auch öfters seinen Bruder und freut sich, wenn er dann mal im Bunkhouse übernachten darf. Und er findet es ganz toll, wenn der Grill, den die Cowboys sich direkt daneben gebaut haben, in Betrieb genommen wird. Er hilft gerne bei den Stallarbeiten und als Albert seine Mutter verloren hat, die kurz nach seiner Geburt gestorben ist, fragte Tim sofort ob er bei seiner Aufzucht helfen kann. So hat Albert noch Glück im Unglück gehabt, denn einer der Cowboys hatte rechtzeitig bemerkt das Alberts Mutter tot war, ihn aus der Herde geholt zu uns gebracht, und zum anderen ist Tim immer bei ihm wenn es seine Zeit erlaubt, denn er muss natürlich auch in die Schule gehen und auch zu Hause helfen. Sonst habe ich mich immer um Albert selbst gekümmert, aber durch meine Reise nach San Francisco war es schon eine Erleichterung, dass sich auch Tim so engagiert um seine Betreuung bemüht und ich dadurch so eine gute Vertretung hatte, denn er erledigt alles mit großer Umsicht.

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Oh, und nun sehe ich auch den neuen Zweispänner. WOW, der ist echt schön, da hat Jonathan aber wirklich nicht übertrieben als er mir sagte, er wäre ein Prachtstück geworden. Es wird mir sicher Spaß machen, damit zusammen mit der Familie zur Kirche zu fahren oder Ausflüge zu machen. Und unsere beiden Fuchshengste Devon und Dexter sehen total gut vor der Kutsche aus, das passt irgendwie alles zusammen, weil die Farbe der Sitzbank braun ist und mit dem Fell der Pferde harmoniert. Und sie haben auch noch ein hübsches, neues Geschirr bekommen. Wirklich toll, da freue ich mich schon richtig auf eine Fahrt in dem Zweispänner.

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Hier nun unser Stall mit einem Anbau für unsere Zuchtstuten

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Nun werfen wir mal einen Blick in den Stall.

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Vorne steht Sunnyboy, ein wunderschöner Buckskin-Scheckhengst, den mir Ben zur Verlobung geschenkt hat. Eigentlich hatte ich schon vorher von ihm meinen Schimmelhengst Blizzard bekommen, damit mir auf der Ponderosa ein eigenes Reitpferd zur Verfügung steht. Ich hatte ihm mal gesagt, dass ich als kleines Mädchen ein Pony hatte, einen Schimmelwallach namens Snowball, den ich heiß und innig liebte. Und das mir Schimmel so gut gefallen. Zu der Zeit lebte ich auf der Farm meines Großvaters in Arizona. Als mein Großvater gestorben ist, ich war 12 Jahre alt, wurde die Farm versteigert und ich musste nach San Francisco zu entfernten Verwandten, die ich kaum kannte. Und ich konnte meinen geliebten Snowball nicht mitnehmen und kam in eine völlig fremde Umgebung. Das hat mir gar nicht gefallen und ich war sehr traurig und eigentlich habe ich mich nie so richtig wohl gefühlt in der Stadt, bin halt ein Landei. Auf der Ponderosa sah ich dann Bens Pferd Buck, einen wunderschönen Buckskin, und fand den einfach toll. Ben meinte dann, vielleicht hätte er mir lieber einen Buckskin statt eines Schimmels kaufen sollen, aber ich habe ihm gesagt, es wäre okay so, denn ich finde beide schön und würde mich nicht entscheiden können, wenn ich wählen müsste. Und im Scherz dann noch, am besten wäre es wohl, ich hätte ein Pferd, halb Schimmel und halb Buckskin, aber das wäre ja wohl nicht möglich. Daraufhin lachte er und meinte, ich würde mich wundern, was so alles möglich wäre. Und kurz darauf, an unserem Verlobungstag, stand dann Sunnyboy vor der Stalltür und Ben sagte, da hast du nun dein Pferd, halb Schimmel, halb Buckskin. Und ich staunte nicht schlecht und war total begeistert, denn ich hatte noch nie vorher einen Buckskin-Schecken gesehen. In San Francisco gab es höchstens mal einen Pinto zu sehen, sonst immer die normalen Pferdefarben Schimmel, Rappe, Brauner, Fuchs oder auch mal einen Palomino. Selten mal einen Buckskin. Auch in meiner Kinderzeit auf der Farm habe ich nie einen Buckskin-Schecken zu Gesicht bekommen. Ich muss wohl ein sehr verdutztes Gesicht gemacht haben, denn Ben und die Jungs amüsieren sich heute noch darüber. So wurde dann der Grundstein für meine eigene, kleine Pferdezucht gelegt. Denn mir war sofort klar, diese Pferde sind so wunderschön, die möchte ich züchten. Ben fand die Idee gut und hat mich dabei unterstützt und so stehen im Stutenstall nebenan nun zwei Stuten mit Fohlen. Die zeige ich euch dann gleich auch noch.

Als nächstes ist dann Ginger zu sehen, ein hübscher Dunkelbrauner, und das zweite Pferd von Hoss, denn sein Chubby muss ja auch ab und an eine Pause haben.

Danach kommt Brandy, ein fünfjähriger Hengst, der eine etwas eigenartige bräunliche Fellfarbe hat, die je nach Lichteinfall mal heller, mal dunkler wirkt, so wie bei einem guten Brandy, und dadurch hat er auch seinen Namen bekommen.

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Sunnyboy

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Ginger

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Brandy

Der letzte Platz, jetzt leer, ist der von Fuzzi, denn der ist gerade mit der Kutsche und Hop Sing unterwegs.

Nun gehen wir in den Stutenstall und besuchen unsere Pferdemamas mit ihren Kindern. Sie sind mein besonderer Stolz und ich bin sehr glücklich darüber, dass mir durch Ben die Möglichkeit gegeben wurde Pferde mit dieser besonderen Fellfarbe zu züchten.

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Sie werden dann das Brandzeichen der Ponderosa bekommen, einer Gelbkiefer (ponderosa pine).

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Und hier sind unsere Mutterstuten mit ihren Fohlen

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Lady Sunshine mit Sunday


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Summer Dream mit Summer Wind

Bevor wir dann zur Sattelkammer und dem Paddock mit den anderen Pferden gehen, muss ich doch noch schnell meine Fohlen ein wenig knuddeln. Ich habe die kleinen Racker sehr vermisst, während ich in San Francisco gewesen bin. Also bitte noch ein wenig Geduld, bevor es dann wieder mit der Besichtigung weitergehen wird!
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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitragvon Annie Cartwright » So Jan 20, 2019 7:59 pm

Reisebericht TEIL 11

Nachdem ich die kleinen Pferdekinder herzhaft gedrückt habe, und auch die Stuten gestreichelt wurden, können wir nun weitergehen und uns den Rest der Ponderosa anschauen. Aber jetzt muss ich erst noch meinen lieben Blizzard und Buck begrüßen, die gesattelt neben der Scheune stehen. Die Sattelsets, und vor allem die Trensen mit ihren Verzierungen, sind so wunderbar gearbeitet, dass ich sie mir immer wieder gerne anschaue. Am liebsten würde ich mich gleich in den Sattel setzen und los reiten. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Ausritt mit den Beiden und mit Ben, das hat mir so gefehlt!

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Auch Kiran steht gesattelt neben der Scheune. Sein Name ist indianischen Ursprungs und bedeutet Lichtstrahl. Er ist ein sehr ruhiger Hengst, den so schnell nichts aus der Ruhe bringt. Deshalb wird er auch gerne von uns bei Ausritten weiblicher Besucher eingesetzt, und er hat auch schon den Damensattel auf dem Rücken. Ob vielleicht Besuch auf der Ponderosa erwartet wird? Werde ich ja dann wohl gleich erfahren. Aber eigentlich finde ich das im Moment nicht so passend, denn nach meiner längeren Abwesenheit möchte ich Ben und die Familie erst mal für mich alleine haben.

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Jetzt schauen wir uns aber endlich mal die Sattelkammer an.

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Links vor der Sattelkammer steht ein längerer Sattelbock, auf dem liegen zwei Sättel.

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Der erste Sattel mit Brustgeschirr gehört Adam, damit reitet er seinen Fuchshengst Sport.

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Der andere Sattel hat wunderschöne Silberverzierungen und eine Einohrtrense, daher wird er für die tägliche Arbeit meist nicht verwendet. Little Joe benutzt ihn jedoch gerne mal am Wochenende, wenn er nach Virginia City reitet.

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Auch dieser Sattel, eine wunderschöne Arbeit von Lance Brewster, unserem Sattlermeister aus Virginia City, hat ein Brustgeschirr und ist einfach ein Hingucker.

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Wir haben noch zwei weitere Sättel in Auftrag gegeben, die punziert wurden. Ich habe sie zwar schon gesehen, aber leider sind sie noch nicht geliefert worden, so dass ich sie euch noch nicht zeigen kann. Sie sehen aber ganz toll aus, weil sie auch schön verziert sind und sie werden sicherlich ebenfalls kleine Schmuckstücke in der Sattelkammer sein.

Die Sattelkammer wird neuerdings, auf meine Anregung hin, auch als Büro- und Besprechungsraum genutzt. Ich war es einfach leid, dass dauernd irgendwelche Dinge im Ranchhaus erledigt wurden und es ein ständiges Kommen und Gehen gegeben hat, so dass unsere Privatsphäre und das Familienleben eingeschränkt wurden. Nun finden Besprechungen mit den Cowboys und Viehtreibern oder Verhandlungen mit Käufern von Vieh meist hier statt. Im Ranchhaus steht zwar noch immer Bens Schreibtisch, aber da werden jetzt nur noch private Vorgänge bearbeitet, u.a. die Buchführung, die ich mittlerweile übernommen habe um Ben zu entlasten. Der ist froh, den lästigen Schreibkram losgeworden zu sein. Die Sattelkammer wurde auf der rechten Seite gemütlich eingerichtet, so dass sich mittlerweile alle gerne hier treffen und ihre Sachen erledigen, oder manchmal auch einfach nur ein wenig plaudern. Hoss hat sich einen bequemen Sessel hier reingestellt und wie ich sehe, scheint er sich bei Mabel Archer im Generalstore einen Kuchen mitgebracht zu haben, denn da steht einer auf dem Tisch. Auch unsere Zuchtbücher werden in diesem Raum aufgehoben, es gibt einen Schreibtisch um den Schreibkram zu erledigen, und einen schönen, alten Ofen in der Ecke und einige sehr schöne Wanddekorationen. Zum Arbeiten ist der Raum fast zu schade, aber natürlich soll die Arbeit auch Freude machen und deshalb darf es auch ruhig nett aussehen.

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Direkt neben der Sattelkammer haben unsere fest angestellten Cowboys ihren Wohnbereich im Bunkhouse, mit Waschplatz und Grillplatz.

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Waschplatz

Damit die Cowboys sich am Ende ihres schweren Arbeitstages ein wenig erholen können, ist alles zwar recht einfach, aber dafür auch sehr ordentlich gemacht. Wir möchten, dass sie sich auf der Ponderosa wohl fühlen, denn so sind sie loyal und wir haben daher auch selten Wechsel bei den angestellten Cowboys und das ist gut so, denn so können wir uns darauf verlassen das alle Arbeiten ordentlich erledigt werden.

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Bunkhouse von außen

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Bunkhouse von innen

Ist nicht groß, dafür ist aber alles da, was die Cowboys so brauchen. Auch der kleine Ofen in der Ecke fehlt nicht, da steht meist ein Pott Kaffee bereit.

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Grillplatz

Da scheint schon jemand dabei zu sein etwas für das Abendessen zu kochen, denn ich sehe einen großen Topf auf dem Feuer und irgendwie riecht es auch schon so gut nach Chili con Carne.

Unsere Katze Streak scheint das wohl auch schon bemerkt zu haben, denn sie kommt auf leisen Sohlen angeschlichen. Könnte ja mal was für sie abfallen, und da ist sie natürlich schnell dabei, sie will nichts verpassen.

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Und noch jemand scheint wohl von dem Geruch des Chilis angelockt worden zu sein, nämlich Peggy Sue, die Freundin von Scott. Sie ist mit ihren knapp 1,60 m nicht die Größte, dafür aber ihr Mundwerk. Und die hellste Kerze auf der Torte ist sie auch nicht. Ich mag sie nicht so gut leiden, sie ist mir zu oberflächlich und die Arbeit hat sie auch nicht erfunden. Aber wichtig ist nur das Scott mit ihr klar kommt, und er ist sehr verliebt. Na ja, wo die Liebe hinfällt! Hoffen wir mal das Beste für ihn, denn er ist ein sehr netter, zuverlässiger Junge und ich möchte nicht, dass er enttäuscht wird.

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Da ist auch Duke, unser treuer Border Collie, der jetzt jaulend vor Freude mich wieder zu sehen, auf mich zukommt.

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Da muss ich ihn natürlich erst mal lieb streicheln und kraulen, bevor ich euch dann noch die anderen Familienpferde zeige, denn Buck und Blizzard habt ihr bereits gesehen.

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Cochise, das Pferd von Little Joe, mit seinem markanten Abzeichen am Hals.

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Dunny Waggoner, das Zweitpferd von Ben

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Sport, der Fuchshengst von Adam, mit einem niedlichen Punkt auf seinem Maul, und dem vierten Bein mit einem weißen Abzeichen, während die anderen drei Beine weiße Socken haben. Daran kann man ihn schnell von anderen unterscheiden.

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Und Chubby, den Hoss reitet. Chubby ist ein Dunkelbrauner mit einer Blesse und er hat über dem rechten Auge eine weiße Stelle mit Stichelhaaren. Je nach Lichteinfall wirkt sein Fell mal heller, mal dunkler. Und er hat eine ganz tolle gewellte Mähne, die ich sonst noch nirgendwo so gesehen habe und die ihn zu etwas Besonderem macht.

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Als letztes Pferd ist dann noch Conquistador, ein hübscher Buckskinhengst mit einer langen Mähne an der rechten Seite, durch die er so elegant aussieht. Er hat eine weiße Schnippe am Maul, die leicht rosa angehaucht ist, und die ich irgendwie putzig an ihm finde. Denn Conquistador ist mein Pferd und ich werde euch erzählen, wie er zu mir gekommen ist. Ben hat einen mexikanischen Geschäftsfreund, Don Esteban, mit einer riesigen Hazienda. Don Esteban kauft jedes Jahr eine große Herde Rinder von der Ponderosa und die Geschäftsbeziehung zu ihm besteht schon einige Jahre. Er selbst züchtet Kampfstiere und Pferde, die bei den Stierkämpfen in der Arena eingesetzt werden. So nett und sympathisch er auch ist, ich mag es nicht wenn Tiere für solche Zwecke gezüchtet und gequält werden. Seine Pferde haben alle Lusitano- oder Kartäuser-Einfluss und wundervolle lange Mähnen. Conquistador stammt aus seiner Zucht und er hat ihn mir zur Hochzeit geschenkt, während Ben von ihm eine silbern verzierte Henry-Rifle als Sonderanfertigung für seine Waffensammlung bekommen hat. Dieses Gewehr ist ein Unterhebelrepetierer und wurde auch im Bürgerkrieg bei den Nordstaatlern eingesetzt, allerdings in begrenzter Stückzahl, denn die Army hatte nur 1700 Stück davon angeschafft. Conquistador bedeutet übersetzt Herzensbrecher, Eroberer, Frauenheld. Und er hat diesen Namen wohl zu Recht bekommen, denn als ich ihn gesehen habe, da war ich hin und weg. Und Conquistador, den ich immer kurz liebevoll Ador rufe, wusste auch sofort wie er sich bei mir einschmeicheln kann. Er kam mit seinem weichen Maul und krabbelte mit seinen Lippen über meine Wange. Da ich immer Blizzard reite, aber kein Kutschpferd hatte, habe ich dann überlegt ihn als Kutschpferd zu nehmen. Mit Fuzzi und der alten Kutsche von Hop Sing bin ich immer recht lange unterwegs gewesen, wenn ich mal nach Virginia City musste. Und was macht mein lieber Ben? Er besorgt ein hübsches Kutschgeschirr und bei Jonathan eine Country-Kutsche in blau, die ich mal dort bewundert hatte, spannt Ador ein und stellt ihn mir vor die Tür. Ich war total überrascht und habe mich so gefreut! Jetzt machen die Fahrten nach Virginia City direkt Spaß, denn Ador ist temperamentvoll und sehr schnell, aber trotzdem zuverlässig und brav.

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Gute Freunde, Duke und Ador

So ihr Lieben, nun habt ihr viel gesehen, die schöne Landschaft von Nevada, die Wildtiere die hier leben, Virginia City und einige der Einwohner dort, den Lake Tahoe, Sinela in ihrer Waldhütte, unsere Pferdewiese mit den Mutterstuten samt Fohlen, einen Teil der Cowboys und die Ponderosa mit unseren Pferden. Ich hoffe, es hat euch gefallen. Es wird Zeit, dass ich mich von euch verabschiede, denn ich möchte nun endlich meinen Ben in die Arme nehmen. Wir haben uns nach zwei Wochen Trennung viel zu erzählen und einiges nach zu holen. Endlich bin ich wieder zu Hause, auf meiner geliebten Ponderosa. Denn dort, wo man sein Herz hat, da ist man zu Hause.

Ben hat mich nun auch entdeckt und steht lachend da und wartet auf mich.

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Also dann, macht`s gut. Ich bin dann mal weg ………….
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Re: THE WORLD OF BONANZA - Meine Little Ponderosa -

Beitragvon Annie Cartwright » So Jan 20, 2019 10:35 pm

Brenneisen der Ponderosa:

Heute ist nun endlich auch das Brenneisen für unser Brandzeichen, der Gelbkiefer (pinus ponderosa), gekommen. Die Ponderosa hat ihren Namen wegen dieser Kiefern bekommen und findet sich somit auch in unserem Brandzeichen wieder.

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Luke hat es sich genommen und ist gleich zur Herde raus geritten, da einige der Tiere noch kein Brandzeichen haben. Da kommt dann wieder Arbeit auf die Jungs zu, bis sie das Branding erledigt haben. Aber sie haben ja genug Erfahrung, da wird das schnell erledigt sein.

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Aber im Moment müssen sie noch damit warten, bis alle mit anpacken können und es muss ja auch noch ein Lagerfeuer gemacht werden, damit mit der Glut das Brandeisen für das Branding heiß gemacht werden kann.

Hier mal das Brandeisen einzeln fotografiert und mal mit einer Ein-Cent-Münze zum Größenvergleich.

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Bin echt happy, das mir ein sehr lieber Forumskollege von den "Lustigen Modellbauern" das Eisen so toll fertig gemacht hat. Macht die Ponderosa so wieder ein wenig realistischer und perfekter.
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